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| 17:37 Uhr

Dissen ist eins der schönsten Dörfer Deutschlands
Dissen freut sich über Gold beim Bundeswettbewerb

 Daumen hoch für Dissen. Die Einwohner sind stolz auf ihr Dorf.
Daumen hoch für Dissen. Die Einwohner sind stolz auf ihr Dorf. FOTO: Marion Hirche
Dissen. Das Preisgeld ist gut angelegt. Es soll in den neuen Fitnessparcours und ins künftige Feuerwehrgerätehaus fließen. Von Marion Hirche

Bürgermeister Fred Kaiser, seine Stellvertreterin Katja Hoffmann und alle Mitstreiter können es noch immer nicht richtig fassen: Dissen hat in der vergangenen Woche beim 26. Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ eine Goldmedaille gewonnen und ist damit eins der schönsten Dörfer Deutschlands. „Es ist wirklich wahr! Nach unserem Sieg im Landesmaßstab im letzten September hatten wir uns vorgenommen: Jetzt geben wir noch mal richtig Gas und  wollen 2019 ganz vorn im Bundesmaßstab mitmischen. Und jetzt haben wir es geschafft. Wir gehören zu den acht Dörfern, die eine Goldmedaille und damit auch ein  Preisgeld von 15 000 Euro bekommen“, schwärmt Katja Hoffmann.

So wird das Preisgeld verwendet

 Dissen - das Strorchen- und Museumdorf am Rande von Cottbus. 2018 hat es den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ in Brandenburg gewonnen.
Dissen - das Strorchen- und Museumdorf am Rande von Cottbus. 2018 hat es den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ in Brandenburg gewonnen. FOTO: Medienhaus Lausitzer Rundschau

Nach der spontanen Jubelfeier nach der Verkündung vor einer Woche haben jetzt einige Gemeindevertreter von Dissen im  Heimatmuseum zusammengesessen, um über die Verwendung des Preisgeldes zu sprechen. Helfen soll es bei der Ausstattung des geplanten Fitnessparcours und der Möblierung des zukünftigen Feuerwehrgerätehauses. „Da müssen wir jetzt bestellen, denn spätestens im  ersten Halbjahr 2020 wollen wir unser neues Feuerwehrzentrum auf dem Vierseitenhof im Dorfkern einweihen“, begründete Bürgermeister Fred Kaiser den für die Kommunalpolitiker ungewöhnlichen Sommertermin.

Sechsmal beim Kreiswettbewerb, dreimal auf Landesebene dabei

Dissen hat schon sechsmal an dem Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ auf Kreisebene teilgenommen und hat sich dreimal für den Landeswettbewerb qualifizieren können. Im September 2018 stand dann fest: Dissen ist Landessieger und hat damit die Qualifikation für die Endrunde auf Bundesebene. Zu diesem Zeitpunkt waren  von den im Jahr 2017 gestarteten 1873 Dörfern noch 30 übriggeblieben. Zusammen mit dem havelländischen Garlitz hat Dissen Brandenburg beim Bundesausscheid vertreten. Die Havelländer wurden mit einer Silbermedaille belohnt.

 Die Jury des Bundeswettbewerbs auf dem Weg zum Kräutergarten, der auf ihrer Besuchsliste nicht fehlen durfte.
Die Jury des Bundeswettbewerbs auf dem Weg zum Kräutergarten, der auf ihrer Besuchsliste nicht fehlen durfte. FOTO: Marion Hirche

Großer Bahnhof für die Jury

Am 3. Juli dann großer Bahnhof in Dissen. An diesem Tag besuchte die Jury des Bundeswettbewerbs den Ortsteil der Gemeinde Dissen-Striesow. „Alle waren wir aufgeregt. An den Tagen davor haben wir alles vorbereitet. Jeder hat noch im Wohnumfeld gewerkelt. Wer allein nicht konnte, hat Nachbarschaftshilfe bekommen. Das seit Wochen geplante und besprochene Programm für den Besuch wurde noch verfeinert, die letzten liebevollen Details ergänzt“, bescheibt Katja Hoffmann die Stimmung am Vorabend. „Wir mussten niemand betteln, fast alle wollten etwas zum Gelingen beitragen“, ergänzt Fred Kaiser.

Gelungene Präsentation

Nahezu in Perfektion präsentierten viele Vereinsvorsitzende, Gemeindevertreter, die Pfarrerin, auch die Einwohner dann in drei Stunden ihr Heimatdorf Dissen. Jung und Alt, Wirtschaft und Ehrenamt, Dissener und Dissen-Fans, Deutsche und Wenden umrissen das auf 180 Minuten komprimierte Bild vom Leben und dem Ort an der Spreeaue. „Dabei profitierten wir auch von den Erfahrungen der vorangegangenen Wettbewerbe und von den Hinweisen, die es gab. So haben wir  die Naturverbundenheit unseres Ortes noch stärker in den Fokus gerückt, haben unseren Spreeauenhof noch intensiver erklärt und die Jury in die Spreeaue geführt. Noch deutlicher konnten wir unser Alleinstellungsmerkmal als Gemeinde mit Einwohnern von zwei Nationalitäten betonen. Es waren viele Einwohnerinnen in Trachten unterwegs. Die Jurymitglieder – allesamt aus den alten Bundesländern – haben nicht schlecht gestaunt, dass das Baby im historischen Kinderwagen von Oma ein echtes ist und die Mutti die Ausgehtracht trägt“, berichtet Bürgermeister Fred Kaiser.

Konstant das Ziel verfolgt

Seine langjährige Tätigkeit an der Spitze des Dorfes ist sicher ein Vorteil, der mit zum Erfolg beigetragen hat. So war es möglich, viele Dinge langfristig zu gestalten. Zu den  wichtigen Instrumenten, die letztendlich zum Goldmedaillen-Erfolg geführt haben, zählen die Gemeindevertreter ihre Gestaltungssatzung und die Leitbilddiskussion für das Dorf. „Gerade beim Gespräch zum Leitbild haben sich auch Bürger beteiligt, die sonst nie mitsprechen“, resümiert Stephan Marrack. Er ist Abgeordneter und Feuerwehrchef in Dissen.

Lob für Miteinander der Generationen

Großes Lob gab es von der Jury für das Miteinander von Jung und Alt. „Das ist bei uns so gewachsen. Wir haben viele junge Gemeindevertreter. Aber auch wir Älteren waren mal Jugendchefs und haben die Traditionen unserer Eltern und Großeltern hochgehalten. Heute bin ich stolz, dass mein 17-jähriger Sohn zusammen mit seinen Alterskameraden unsere  Ideen und Bräuche weiterlebt“, betont Katja Hoffmann.