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| 18:53 Uhr

Bundeswettbewerb
„Wir sehen uns zur Preisverleihung“

 Die Bundesbewertungskommission „Unser Dorf hat Zukunft“ hat sich am Mittwoch Dissen angeschaut. Sie besichtigten unter anderem die Baustelle des zukünftigen Feuerwehrzentrum im Dorfkern, den Klimagarten und den im Weidentunnel in der renaturierten Spreeaue am Teufelsberg.
Die Bundesbewertungskommission „Unser Dorf hat Zukunft“ hat sich am Mittwoch Dissen angeschaut. Sie besichtigten unter anderem die Baustelle des zukünftigen Feuerwehrzentrum im Dorfkern, den Klimagarten und den im Weidentunnel in der renaturierten Spreeaue am Teufelsberg. FOTO: Marion Hirche
Dissen. Die Bundesbewertungskommission „Unser Dorf hat Zukunft“ hat am Mittwoch Dissen besucht. Warum sie nach ihrer Stippvisite beeindruckt ist. Von Marion Hirche

Wie lässt sich eine lebenswerte Zukunft auf dem Land gewährleisten? Mit dem Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ ehrt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft alle drei Jahre bürgerschaftliches Engagement genau mit diesem Ziel. Dissen im Amt Burg hat an diesem Wettbewerb teilgenommen und ist im vergangenen Jahr Landessieger geworden. Jetzt stellt sich Dissen gemeinsam mit 29 weiteren Dörfern aus dem gesamten Bundesgebiet  der Prüfung durch die Bundesbewertungskommission. Am Mittwochnachmittag war sie zu Gast.

„Wir sind von der Landesliga in die Bundesliga aufgestiegen – da muss man schon ranklotzen, um bestehen zu können“, sagte der Dissener Bürgermeister Fred Kaiser im Vorfeld und hatte seine Mannschaft für den entscheidenden Tag breit und motiviert aufgestellt. Beim abschließenden Kaffeetrinken mit Gurken, Kuchen aus dem Dorfbackofen und  „Serbske Piwo“ gab es dann auch viel Lob.

Jugend im Mittelpunkt

Der Vorsitzende der mehr als 20-köpfigen Kommission, Dr. Reinhard Kubat, fasste zusammen: „Es ist ganz toll, dass bei Ihnen die Kinder im Mittelpunkt stehen. Wir haben Menschen getroffen, die vom Stolz auf ihr Dorf, auf ihre Heimat getragen werden. Das Miteinander der Generationen ist sehr deutlich zu spüren, und Sie haben die Erfahrungen der vorangegangenen Wettbewerbe genutzt, um noch besser zu werden. Ich bin seit 1990 hier in der Region unterwegs. Was Sie hier geschaffen haben, das kann sich sehen lassen. Ihr habt eine prima Zukunft, Herr Bürgermeister. Wir sehen uns zur Preisverleihung auf der Grünen Woche 2020“.

Dreistündige Ortsbesichtigung

Dem Abschlussgespräch war eine dreistündige Ortsbesichtigung vorausgegangen. Auf dem Sportplatz wurden die Jurymitglieder von Sport- und Schützenvereinsmitgliedern willkommen geheißen. Kinder reichten Brot und Salz. Aus den Händen des fünfjährigen Leon Schindler von der Nachwuchsfußballmannschaft „Jungstörche“ erhielt ein Bewerter einen Kuschelstorch.

Dann ging es mit der Rumpelguste durch Dissen, wo die Gäste einige der 35 Torhaushöfe bestaunen konnten. Am alten Feuerwehrgerätehaus erlebten sie den Feuerwehrnachwuchs, zu dem 30 Kinder und Jugendliche zählen. Feuerwehrchef Stephan Marrack brachte seine Freude über den begonnenen Bau für ein neues Feuerwehrzentrum zum Ausdruck: „Dank der Fördermittel können wir hier diese Hofstelle Tilcyc an der Hauptstraße erhalten, für unsere Zwecke umbauen und somit ein weiteres Stück für einen interessanten Dorfkern schaffen.“

Blau-weiße Emaille-Schilder

Karin Tschuck von der Domowina-Ortsgruppe erklärte die blau-weißen Emailleschilder an vielen Gebäuden: „Wir haben herausgefunden, dass die Gehöfte wendische Hofnamen hatten. Über 100 Namen haben wir herausgefunden. Wer wollte, hat sich ein Schild anfertigen lassen mit diesem Namen. Jetzt hängen etwa 70 solcher Zeugen der Dorfgeschichte.“ Vorgestellt wurde die Gäste-Info, die seit 2015 existiert und wichtig für die Entwicklung hin zum „staatlich anerkannten Erholungsort“ ist. Hier erkundigten sich die Kommissionsmitglieder nach den sorbischen Ostereiern und wollten wissen, ob diese hier auch verziert werden. Babette Zenker vom Heimatmuseum Dissen führte die Gruppe entlang des Zeitstrahls zum Freilichtmuseum „Stary lud“. „Ich bin heute gern bei diesem Rundgang dabei. Es ist hier so viel geschaffen worden, und man spürt, dass die Menschen mit ihren Herzen dahinter stehen“, sagte die Infrastrukturministerin des Landes Brandenburg, Kathrin Schneider (SPD).

Kräutergarten und Spreeauenhof

Weitere Stationen waren der Kräutergarten mit seinen zehn botanischen Abteilungen, mit dem Anbau von alten Getreidesorten und 34 verschiedene Kartoffelsorten. Vereinsvorsitzende Anne Jahn lobte, dass die Zusammenarbeit zwischen allen Einrichtung in diesem Jahr zum ersten Mal eine gemeinsame Eröffnungsveranstaltung ermöglicht habe. In der Kirche erzählte Pfarrerin Katharina Köhler von der Geschichte des Gotteshauses, berichtete von der Sanierung durch Gotthold Schwela 1937, der im aufkommenden Nationalsozialismus für die wendischen Formulierungen am Gebälk sorgte. Ein Kommissionsmitglied war überrascht, dass etwa 50 Prozent der Einwohner Christen sind.

Auf dem Spreeauenhof stellten Dietmar Haufe, Heidemarie Dinge­thal und Reinhard Schultke die Storchenausstellungen, den Klimagarten und die Imkerscheune vor. Auch die Landtagsabgeordnete Roswitha Schier kostete zusammen mit Spree-Neiße-Landrat Harald Altekrüger (beide CDU)  frischen Honig.

In der Rumpelguste ging es mit Erläuterungen von Ingolf Arnold von Leag und Dr. Christoph Gerstgraser zur Renaturierung der Spreeaue zum Weidentempel am Teufelsberg, wo die „nAund“-Blaskapelle aufspielte.

 Die Bundesbewertungskommission „Unser Dorf hat Zukunft“ hat sich am Mittwoch Dissen angeschaut. Sie besichtigten unter anderem die Baustelle des zukünftigen Feuerwehrzentrums im Dorfkern, den Klimagarten und den Weidentunnel in der renaturierten Spreeaue am Teufelsberg.
Die Bundesbewertungskommission „Unser Dorf hat Zukunft“ hat sich am Mittwoch Dissen angeschaut. Sie besichtigten unter anderem die Baustelle des zukünftigen Feuerwehrzentrums im Dorfkern, den Klimagarten und den Weidentunnel in der renaturierten Spreeaue am Teufelsberg. FOTO: Marion Hirche