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Diese Steueridee ist für die Katz'

Schätzungen zufolge soll es 13 Millionen Hauskatzen in Deutschland geben. Verlässliche Zahlen gibt es nicht.
Schätzungen zufolge soll es 13 Millionen Hauskatzen in Deutschland geben. Verlässliche Zahlen gibt es nicht. FOTO: dpa
Cottbus/Spree-Neisse. Ausgelöst durch einen Kommentar in einer Sonntagszeitung rollt das Thema Katzensteuer seitdem wie eine Welle vor allem durch die sozialen Netzwerke. Und es geht zu wie bei einer Diskussion von Fußballanhängern zum Thema FC Bayern München: entweder volle Zustimmung oder kompromisslose Ablehnung. René Wappler und Daniel Steiger

Die Argumente der Steuerbefürworter: Die Katze ist und bleibt ein Raubtier, macht Jagd auf kleine Nager und Vögel und richtet somit in der Natur Schaden an. Mit der Steuer soll vor allem die Anzahl der Katzen kontrolliert und idealerweise sogar gesenkt werden. Und, Hundebesitzer müssten ja schließlich auch Steuern bezahlen. Die Gegner einer Katzensteuer sehen vor allem den Wohlfühlfaktor der kleinen Schnurrer auf die Menschen.

Umsetzen müssten eine solche Steuer die Verwaltungen in den einzelnen Kommunen. Doch hier herrscht Skepsis am Nutzen und an der Umsetzbarkeit einer solchen Steuer. Die Idee einer Katzensteuer lässt sich kaum in die Tat umsetzen. Das glaubt die Fachbereichsleiterin für Finanzen im Spremberger Rathaus, Cornelia Koch. "Es gibt so viele Katzen, die durch die Straßen streunen", sagt sie. "Wie soll man die klar einem Besitzer zuordnen?" Anders als bei den Katzen, die mitunter auch mehrere Haushalte in ihrem Revier für sich als Futterstelle beanspruchen, verhalte es sich schließlich bei Hunden: Diese Tiere seien in aller Regel an konkrete Personen gebunden.

Auch in Cottbus fragt man sich "Was soll diese Steuer steuern". Stadtsprecher Jan Gloßmann: "Wir halten nichts von der Idee. Aufwand und Nutzen stehen hier in keinem vernünftigen Verhältnis." Er befürchtet sogar, dass eine solche Steuer sogar das Gegenteil bewirken könnte. "Menschen, die diese Steuer nicht bezahlen können oder wollen, würden so ihre Tiere eventuell einfach aussetzen." In Cottbus haben Stadt und Tierheim vor Jahren auf anderen Wegen versucht, zumindest das Problem der wild lebenden Katzen in den Griff zu kriegen. An vorher definierten Futterstellen wurden Katzen gefangen und kastriert. Dadurch habe sich der Bestand an wilden Katzen in der Stadt drastisch reduziert, so Gloßmann.

Auch in Guben sieht die Verwaltung die Diskussion um eine Katzensteuer eher skeptisch. Bernhard Schulz, Pressesprecher der Stadt: "Es gibt keine tatsächliche Notwendigkeit für eine solche Steuer. Und außerdem fehlen dafür derzeit die gesetzlichen Voraussetzungen." Auch in Guben wurde in den vergangenen Jahren etwas gegen die Zahl der wild lebenden Katzen getan. Wie in Cottbus wurden hier Katzen eingefangen und kastriert wieder freigelassen. Dadurch habe sich die Zahl der wilden Katzen von etwa 100 auf derzeit zehn reduziert, so Bernhard Schulz.

Zum Thema:
Cottbus: 250 000 Euro im JahrForst: 95 000 Euro im JahrGuben: lag nicht vorSpremberg: 76 000 Euro pro Jahr