| 19:57 Uhr

Diebstahl und Einbruch
Dieben das Leben schwer machen

Udo Fritzmann, Inhaber der Firma F & K Bauelemente, zeigte den Besuchern des Stadthauses wie schwer ein Sicherheitsfenster zu knacken ist.
Udo Fritzmann, Inhaber der Firma F & K Bauelemente, zeigte den Besuchern des Stadthauses wie schwer ein Sicherheitsfenster zu knacken ist. FOTO: Stephan Meyer / LR
Cottbus. Seit 20 Jahren widmet sich der Cottbuser Präventionsrat dem Kampf gegen Kriminalität. Von Stephan Meyer

Ein Einbruch in die eigenen vier Wände geht oft mit einer verletzten Privatsphäre und dem Verlust des Sicherheitsgefühls einher. Damit es dazu gar nicht erst kommt, setzt der Präventionsrat Cottbus seit 20 Jahren vorbeugende Projekte zur Reduzierung von Kriminalität um. Anlässlich des Jubiläums konnten Interessierte am Montag im Stadthaus verschiedene Beratungsangebote wahrnehmen.

„Jede Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied“, erklärte Kati Prajs, Präventionsexpertin der Polizeiinspektion Cottbus/Spree-Neiße. Mit einfachem Malerkrepp zeigte sie ihnen, wie sie die Schließfähigkeit ihrer Fenster testen können. Die Polizei empfiehlt Fenster mit Pilzkopfverriegelung. Doch ist das Fenster in die Jahre gekommen, kann der Schließmechanismus gelitten haben. Bündig brachte Kati Prajs das Malerkrepp an die Kante einer Schließe an, die sie daraufhin verriegelte. Nach einem erneuten öffnen war das Band eingerissen. Das sei ein Zeichen, dass das Fenster ordentlich verschlossen ist, erläuterte die Expertin. 80 Prozent der Einbrecher verschafften sich mit einem Schraubenschlüssel über Fenster Zugang zu einem Haus.

Vor allem Bauwillige möchte Kati Prajs deshalb sensibilisieren. Oft sehe sie Häuser, die höchstens ein Jahr alt seien und über ungenügende Schließsysteme verfügten. Die Polizei Cottbus/ Spree-Neiße bietet kostenfreie, produktneutrale und persönliche Beratungen an. Schon mit simplen Tricks könne Einbrechern das Leben schwer gemacht werden. Natürliche Hindernisse wie Dornenhecken schreckten ebenfalls Kriminelle ab.

Das Beratungsangebot im Stadthaus widmete sich nicht nur der Vorbeugung von Wohnungseinbrüchen. Auch Fahrraddiebstahl stand im Fokus der Veranstaltung. Studenten des Studiengangs Stadt- und Regionalplanung der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) nahmen sich in einem Seminar dem Thema an. Sie gingen der Frage nach, ob die Art der Fahrradständer, die räumliche Situation sowie die Beleuchtung des Fahrradstellplatzes eine Rolle beim Diebstahl spielen.

„Unsere These, dass überwiegend nachts Fahrräder geklaut werden, hat sich nicht bestätigt“, erzählte Master-Studentin Aleksandra Aftowicz. Tatsächlich würden die meisten Räder in Cottbus zwischen 11 und 18 Uhr gestohlen. Auch gut beleuchtete Fahrradständer hinderten Diebe nicht daran zuzuschlagen. Den Dieben sei ebenfalls egal, ob die Räder an einem Anlehnbügel oder an einem Ständer mit Vorderradhalterung angeschlossen seien. „Viel wichtiger ist es, ein sehr gutes Fahrradschloss zu haben“, erklärte Aleksandra Aftowicz.

Die Untersuchungen der Studenten ergaben, dass an Knotenpunkten von Bus und Bahn wie dem Hauptbahnhof und dem Spreewaldbahnhof am häufigsten Räder verschwinden. In der Umgebung des Blechen-Carrés und am Zentralcampus der BTU schlagen demnach Diebe auch gerne zu. „Man sollte sein Fahrrad immer dort abstellen, wo es auch gesehen werden kann“, schlägt die Studentin vor. Fahrradständer, die versteckt hinter einem Busch stehen, sollten Radfahrer hingegen vermeiden.