| 19:44 Uhr

Diebstahl aus Kita Heinersbrück
Diebe klauen Schoko-Weihnachtsmänner

Auch bei den Drei- bis Vierjährigen, hier mit Kita-Leiterin Andrea Garbe, war der Einbruch gestern Hauptgesprächsthema. Foto: Elsner
Auch bei den Drei- bis Vierjährigen, hier mit Kita-Leiterin Andrea Garbe, war der Einbruch gestern Hauptgesprächsthema. Foto: Elsner FOTO: Elsner / LR
Heinersbrück. Unbekannte haben in der Kita Heinersbrück eingebrochen und Kindern Süßigkeiten gestohlen.

Diesen Tag werden  Kinder und Erzieher der Heinersbrücker Kita „Im Zeichen der Linde“ nicht so schnell vergessen. „Kurz nach 6 Uhr hat mich die Kollegin vom Frühdienst angerufen“, berichtet Kita-Leiterin Andrea Garbe. „Das Fenster zum Büro war aufgehebelt worden, die Schranktüren aufgebrochen und alles durchwühlt“. Das Schlimmste daran: Die Diebe hatten nicht nur den Laptop der Kita-Leiterin mitgenommen, sondern auch 56 Schoko-Weihnachtsmänner, weitere Süßigkeiten und kleine Spielzeuge. Die Sachen waren als Überraschung für den Nikolaustag und für die geplante Weihnachtsfeier bestimmt. „Ein Einbruch ist immer eine schlimme Sache“, sagt Andrea Garbe, „aber dass sich Einbrecher an den Schwächsten, den Kindern, vergreifen, und noch dazu in der Vorweihnachtszeit, ist nicht zu begreifen.“

Die Polizei war schnell vor Ort. Am Mittag deutet außer ein wenig Graphitstaub von der Spurensicherung auf dem Schreibtisch der Kita-Leiterin äußerlich nichts mehr auf das dramatische Ereignis hin. Nur dass das Telefon häufiger klingelt als sonst und die Kinder Fragen stellen. Einer der Drei- bis Vierjährigen in der mittleren Gruppe schlägt schließlich vor, „beim Weihnachtsmann neue Geschenke einzukaufen“. Ein anderer will gar „die Superhelden anrufen“.

Kita-Leiterin Garbe ist sich sicher: „Die Kinder tragen das jetzt wochen- oder vielleicht sogar monatelang mit sich herum.“ Was in der Nacht in der Kita geschehen ist, müsse an die Öffentlichkeit. „Denn mit dieser Tat, die sich gegen Kinder richtet, die sich nicht wehren können, sind Grenzen überschritten worden.“ Dennoch: Neben der verständlichen Entrüstung über die  bislang unbekannten Einbrecher empfindet Andrea Garbe auch Freude. „Diese Welle der Solidarität ist einfach toll“, sagt sie. Nach einem Radio-Interview mit Antenne Brandenburg sei eine regelrechte Lawine ins Rollen gekommen.

Spendenangebote kamen demnach aus Fürstenwalde, Schwarzheide, Berlin-Pankow und Jänschwalde. KSC-Geschäftsführer Michael Stein sei „auf kurzem Weg“ persönlich mit einem 100-Euro-Schein vorbeigekommen. Das ist auch die Summe, die der Seniorenklub des Ortes gleich am Morgen spontan gespendet hat. Es handle sich um den Erlös des Plinsebackens vom Oktoberfest, sagt Klubvorsitzende Heidemarie Liebo und ergänzt: „Ein Dorf muss doch zusammenhalten.“

Die Zeichen stehen also gut, dass zur  Weihnachtsfeier am 19. Dezember jedes Kind ein kleines Geschenk bekommt. Die originellen Beutel für den Schoko-Weihnachtsmann und weitere Süßigkeiten hatten die Eltern am Donnerstagabend gemeinsam basteln wollen.  Und auch zum Nikolaus werden die Kinder nicht leer ausgehen. Ob dafür die Superhelden angerufen werden müssen oder der Weihnachtsmann einfach noch einmal einkauft, bleibt ein Geheimnis.

So haben die Einbrecher den das Büro hinterlassen.
So haben die Einbrecher den das Büro hinterlassen. FOTO: Elsner / LR
Andrea Garbe zeigt das Muster für die Geschenketüten.
Andrea Garbe zeigt das Muster für die Geschenketüten. FOTO: Elsner / LR