Man kann über das Cottbuser Nachtleben sagen, was man will: Dann verwandelt sich die City in einen brodelnden Mix aus Musik und Menschen, der großstadtwürdig ist. Da greift die Szene der Stadt nach den Sternen und holt alles aus sich heraus, was in ihr steckt.

Die Altstadtnacht mit ihrer inzwischen 20-jährigen Tradition lockte am Samstag mehr als 3000 Musikfreunde, Trink- und Feierlaunige. 17 Bars, Kneipen und Restaurants kooperierten mit lokalen und überregionalen Bands, um Cottbusern ein Nachterlebnis der besonderen Art zu bereiten. "Einmal zahlen, 17-mal feiern" hieß das Motto. Egal ob Jazz im Café Lauterbach, deutsche Schlager im Heimelich, Irish Folk oder Hard Rock - es war für jeden etwas dabei. Kein Musikgeschmack blieb unbefriedigt. Und wer in den übervollen Kneipen gerade mal keinen Platz fand, konnte sich auf dem Altmarkt an der Feuershow der Truppe "Ravenchild" begeistern. Denn voll waren die Kneipen und Cafés von Beginn an.

Bei kühlem, aber trotzdem angenehmen Wetter drängten die Gäste durch die City, schlenderten von Bar zu Bar und versuchten, in den Kneipen möglichst dicht an die Bühne zu kommen oder wenigstens ein Getränk zu ergattern. Das Gedränge tat dem Vergnügen keinen Abbruch.

"Mir gefällt besonders die tolle Atmosphäre in der Stadt", freute sich etwa die Cottbuserin Lea Rattei, die mit Freunden unterwegs war. "So etwas ist wirklich einzigartig in Cottbus."

Besonders auf die rockigen Cover-Bands hatten es Marianne Sievering und ihre Kolleginnen einer Cottbuser Bäckerei abgesehen. "Da können wir uns mal den Stress von der Seele tanzen", lachten die Frauen - trotz drohender Frühschicht am nächsten Morgen.

Schwer zu arbeiten hatten diese Nacht die vielen Kneipenbesitzer und Barmänner der Stadt. Jens Mc Pütt'n kam in seinem Irish Pub kaum zum Atmen. "Unglaublich was los heute, Wahnsinn", brachte er zwischen dem Zapfen zweier Guiness hervor. Klar, getrunken wurde an den Tresen und vor den Lokalen reichlich, schließlich gehört die Altstadtnacht zu den Umsatzbringern schlechthin. Trotzdem blieb die Atmosphäre entspannt und fröhlich.

"Wir sind glücklich und zufrieden, dass die Altstadtnacht friedlich und ohne Zwischenfälle vonstattenging", zog Aline Lepsch, Studioleiterin vom Veranstalter Radio Cottbus, am Ende Bilanz. Sie selbst konnte sich doppelt freuen: Neben dem Dienst im Sender konnte man die Sängerin auch mit ihrer Band "Träumer & Menschen" im Chillout-Lichtdesign auf der Sprem erleben - ein Highlight des Abends.

Manch ein Besucher wird den Sonntag übermüdet und mit leichtem Kater verbracht haben - trotzdem können viele Musikfreunde die einundzwanzigste Altstadtnacht im kommenden Jahr wahrscheinlich schon jetzt nicht mehr erwarten.