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| 18:41 Uhr

Traditions-Event
Die Stadt freut sich auf drei rasante Feier-Tage

Stadtfest Cottbus
Stadtfest Cottbus FOTO: Tino Schulz
Cottbus. Fahrgeschäfte der Superlative, bunte Shows und viele Kult-Bands locken vom 15. bis zum 17. Juni zum 27. Cottbuser Stadtfest in die City. Auch in diesem Jahr gelten wieder verschärfte Sicherheitsvorkehrungen. Mehrere zehntausend Besucher aus der Region sollen sicher und unbeschwert feiern können. Von Andrea Hilscher

Das Cottbuser Stadtfest gehört zu den größten Events, die die Region zu bieten hat. Traditionell am dritten Juniwochenende verwandelt sich die City in eine Festmeile, mehrere zehntausend Besucher bevölkern die Straßen zwischen Altmarkt, Stadthallenvorplatz, Stadtbrunnen, Blechen-Carré, Puschkinpark und Oberkirche.

Wie schon im vergangenen Jahr, haben die Veranstaltungsagentur  Coex, Polizei und Ordnungsamt gemeinsam an einem Sicherheitskonzept gestrickt, das den größtmöglichen Schutz bietet und gleichzeitig unbeschwertes Feiern ermöglicht. Coex-Chef Eberhard Heieck: „Wir sind in vielen Städten mit unseren Veranstaltungen präsent, aber kaum eine Stadt legt so hohe Maßstäbe an die Sicherheit an wie Cottbus.“ In Potsdam etwa habe man beim letzten Weihnachtsmarkt die Zufahrten mit mobilen Transportern blockiert. „Der morgendliche Lieferverkehr war gewährleistet, dann wurden die Blockade-Fahrzeuge positioniert. Den Schlüssel hatte ein Händler, sodass bei Bedarf rasch reagiert werden konnte.“ Beim hiesigen Stadtfest allerdings haben die Verantwortlichen Wert auf höhere Standards gelegt.

Das Cottbuser Sicherheitskonzept setzt auf den Einsatz von Pollern, um den Kernbereich des Festgeländes zu schützen. Eberhard Heieck „Zusätzlich arbeiten wir mit Schranken und Ordnern, um die Befahrbarkeit des Geländes zu gewährleisten.“ Jeder Händler und die Betreiber der Fahrgeschäfte bekommen Ausweise, mit denen sie sich identifizieren können. Heieck: „Uns ist allerdings klar, dass wir auch damit keine hundertprozentige Sicherheit erzielen können.“

Eine spezielle Hausordnung liegt dem Programmflyer bei und wird an den Eingängen zum Stadtfestareal ausgehängt. Waffen, Flaschen, Gas oder Reizstoffsprühdosen sind verboten. Rücksäcke sollten möglichst nicht mitgeführt werden. Die eingesetzten Ordner können während des Stadtfestes stichprobenartige Kontrollen vornehmen.

Stadtfest_CB_Programm_4c
Stadtfest_CB_Programm_4c FOTO: LR

Das Parken wird wie in jedem Jahr zum Problem: Der Postparkplatz und der Jahnparkplatz sind nicht als Stellfläche nutzbar, auch viele kleinere Parkflächen sind gesperrt. Stadtsprecher Jan Gloßmann: „Wir bitten daher die Cottbuser, möglichst öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen.“ Auswärtige sollten – ähnlich wie bei den Fußballspielen von Energie Cottbus – die Chance nutzen, Parkplätze außerhalb des Stadtkerns zu nutzen und mit der Straßenbahn in die City zu fahren.

Die Fußball-Weltmeisterschaft soll nicht zum Konkurrenten des Stadtfestes werden: WM-Fans können an drei Standorten auf großen LED-Wänden dem Spiel Deutschland gegen Mexiko folgen (Sonntag ab 17 Uhr). Die LED-Wände stehen auf dem Oberkirchplatz, an der RBB-Bühne im Puschkinpark und vor dem Stadtbrunnen. Eberhard Heieck: „Diese Leinwand bleibt auch nach dem Stadtfest. Hier werden alle Spiele übertragen, Public Viewing ist die ganze WM über möglich.“

Die spannendsten Fahrgeschäfte finden die Besucher in diesem Jahr an  ungewohnter Stelle. Da auf dem Postparkplatz gebaut wird, werden der Stadthallenvorplatz und das Areal vor dem Blechen-Carré als Ausweichflächen genutzt. Spannend: Hier wird die mehrstöckige Go-Kart-Bahn  aufgebaut. Vor der Stadthalle stehen Umschlagschaukel, Kettenflieger und Autoscooter, auf dem Jahnplatz wartet das Fahrgeschäft mit den schnellsten Umdrehungen der Welt – immerhin 120 km/h – auf Wagemutige. Wer es ruhiger mag, setzt auf Riesenrad, Familienachterbahn oder das Laufgeschäft „The Temple of Adventure“, das Besucher über drei Etage und einen16 Meter langen Wasserparcours schickt.

Immer ein beliebter Anlaufpunkt: Im Puschkinpark geht es am Sonntag auf kulinarische Weltreise
Immer ein beliebter Anlaufpunkt: Im Puschkinpark geht es am Sonntag auf kulinarische Weltreise FOTO: Tino Schulz

Essen, Trinken, Flanieren: Rund einhundert Händler und Gastronomen warten auf Gäste, bieten einheimische und internationale Spezialitäten.

Die Bühnen stehen wie gewohnt im Puschkinpark (RBB, Cottbus Open), am Altmarkt, am Stadtbrunnen und vor der Oberkirche. Auf der RBB-Bühne wird Oberbürgermeister Holger Kelch das Fest am Freitag um 18 Uhr eröffnen, auf den Bühnen an Altmarkt und Oberkirche läuft bereits am Nachmittag Programm.

Die Highlights des diesjährigen Stadtfestes sind die Auftritte der Newcomerin Lea (“Leiser“), die ewig junge Goombay Dance Band oder das DJ-Duo Anstandslos und Durchgeknallt. Wer ein Stadtfest nur mit einem Six schön findet: Es gibt Hoffnungen, dass sich die Nachfolger von „Krähe“ auf dem Gelände blicken lassen. Den absoluten Höhepunkt des Musikprogramms hat der Veranstalter auf den späten Sonntagabend gesetzt. Die Münchner Freiheit (1000-mal Du“) soll alte und junge Fans in den Puschkinpark locken. Coex-Chef Eberhard Heieck: „Cottbus ist tatsächlich die einzige Stadt, in der man am Sonntag bis Mitternacht feiern kann.“ Anderswo werden schon am Sonntagnachmittag die Buden dichtgemacht. „Aber die einzigartige Symbiose von Publikum, Händlern, Künstlern und Fahrgeschäften sorgt hier für Feiern bis zum  Anschlag.“

Cottbus Open gehört bereits zum 18. Mal zum Stadtfestprogramm. Henry Crescini, Integrationsbeauftragter der Stadt: „Wir sind wie immer auf der kleineren Bühne im Puschkinpark und haben uns bemüht, neben den Klassikern auch ein paar neue Elemente einzubringen.“ Das multikulturelle Fest beginnt am Sonntag, 17. Juni, um 12 Uhr. Die Eröffnung nehmen Henry Crescini, der BTU-Vizepräsident Matthias Koziol und Jugendhilfe-Chef Jörn Meyer um 13 Uhr vor. Neben dem internationalen Bühnenprogramm kochen die Studenten der BTU vielfältige Leckereien aus Afghanistan, China, Ecuador, Indonesien, Südkorea, Syrien, Venezuela und Vietnam.  Neu: In Zusammenarbeit mit der Kontaktstelle Städtepartnerschaft Cottbus – Zielona Góra, wird in diesem Jahr eine deutsch-polnische Tanzbegegnung präsentiert. „Tanzen ohne Grenzen“ nennt sich die Idee, umgesetzt wird sie von  der Folkloretanzgruppe „Maki“ aus Zielona Góra und den Cottbuser Tänzerinnen von „Marikas Kindertanzakademie“. Henry Crescini: „Am Samstag gibt es ein gemeinsames Training und einen Ausflug in den Erlebnispark Teichland. Ein schönes Beispiel für gelebte Verständigung.“

Auf der Kinderaktionswiese im Puschkinpark am Samstag und Sonntag von 14 bis 19 Uhr Uhr können Familien entspannt toben, entdecken, basteln, experimentieren und neue Spiele ausprobieren.

Das sorbisch-wendische Fest gehört ebenfalls zu den Klassikern des Stadtfestwochenendes. Am Samstag, 16. Juni, wird es von 14 bis 18 Uhr zweisprachig auf der RBB-Bühne im Puschkinpark.  Traditioneller Trachtentanz, instrumentale Darbietungen des Niedersorbischen Kinderensembles und der Jugendgruppe „Studnja“, die „nAund Live-Band“ und „Kula Bula“ zeigen, wie breit gefächert sorbisch-wendische Musik und Tradition gelebt werden.