| 15:45 Uhr

Heimatkalender
Die schönsten Seiten der Region

Die Klänge des Postkutschers durften bei der Heimatkalender-Präsentation nicht fehlen. Er hat sich im Kalender übrigens auch mit einem Text verewigt.
Die Klänge des Postkutschers durften bei der Heimatkalender-Präsentation nicht fehlen. Er hat sich im Kalender übrigens auch mit einem Text verewigt. FOTO: Daniel Schauff / LR
Cottbus. Vom Sport über den Bahnhof bis zum Melde-Korn: der Heimatkalender macht’s möglich. Von Daniel Schauff

Die Stadt hat viele schönen Seiten – 128 sind es ganz genau, kostet sechs Euro und ist in den Cottbuser Buchläden und bei der Cottbus-Information erhältlich.

Der Heimatkalender fürs kommende Jahr war am Donnerstagabend der große Star im Obergeschoss der Hugendubel-Buchhandlung auf dem Heronplatz (richtiger: Platz am Stadtbrunnen). Kein Wunder also, dass Nachschub-Bestuhlung organisiert werden musste. Händeschütteln, Umarmungen, Diskussionen über aktuelle Ausstellungen in den Museen der Stadt – einen „schönen Abend“ wünschte kurz Zeit darauf Kultur-Dezernentin Maren Dieckmann. Die meisten waren da schon mittendrin im schönen Abend.

Die meisten werden es der Dezernentin wohl auch nachgemacht haben und den späteren Abend mit dem Stöbern im neuen Heimatkalender verbracht haben. Maren Dieckmann: „Auf das Fernsehprogramm ist ohnehin kein Verlass mehr.“ Und egal, welche Sendung über die Bildschirme geflimmert wäre – so viel Cottbus wie in dem Hochglanzbüchlein hätte es ohnehin nirgendwo sonst gegeben.

Nein, die noch ganz frische Absage der Kreisgebietsreform spielt keine Rolle im neu erschienenen Kalender. In einem späteren aber wird sie es wohl, schätzt die Dezernentin. Das nämlich sei ein ganz großes Stück Cottbuser Geschichte.

Im Cottbuser Heimatkalender 2018 geht es dafür auch um die Bahn – auf den 40-jährigen Geburtstag des Bahnhofsempfangsgebäudes schaut zum Beispiel Jan Urban, Harald Großstück schaut derweil ein wenig tiefer auf die provisorische Tunnelführung unterhalb des Bahnhofs. Passend dazu hat Fotograf Gerd Rattei das Titelbild geliefert – eine junge Frau im Bahnhofstunnel, bekleidet, sei erwähnt. Rattei war nicht nur, aber auch Vorreiter der Aktfotografie in der DDR. Ihm dankt Peter Lewandrowski auf zwei Seiten des Kalenders für sein Werk. Rattei selbst ließ es sich am Donnerstagabend nicht nehmen, auch die Präsentation des Heimatkalenders auf vielen Fotos festzuhalten. Abgelichtet hat er auch ein medaillenträchtiges Motiv: Als Stargäste – neben dem Kalender selbst – waren Hans Grodotzki, Jahrgang 36, und Stephan Freigang (Jahrgang 67) zur Präsentation gekommen. Beide haben bei Olympia als Langläufer Medaillen geholt, bei Grodotzki war das 1960, bei Freigang 32 Jahre später. Udo Bauer erzählt im Kalender, was hinter der Einladung der Ehrengäste steckt.

Korn – auch um den geht es auf ein paar Seiten des Büchleins. Alexander Miller wagt einen Blick in die 270-jährige Geschichte des Cottbuser Melde-Korns, die eigentlich schon in den 90er-Jahren zu Ende ging, zumindest aber mit den frisch erschlossenen Cottbuser Meldehöfen noch ein wenig im Bewusstsein bleiben dürfte.

Dora Liersch erzählt den Stöbernden im Heimatkalender von Blaseneschen, blickt aber auch in einer Bilanz auf die Arbeit des Heimatvereins, Sieglinde Sack schaut sich die Cottbuser Straßenränder genauer an, Jüdische Gemeinde, Turmverein, ... Die Themen im neuen Kalender sind so vielfältig wie die Autoren. Und das ist nun einmal nicht selbstverständlich, machten Christian Friedrich, Vorsitzender des Redaktionsbeirates, und Kulturdezernentin Maren Dieckmann deutlich. Bei so viel Andrang im Buchladen können sich die Autoren allerdings sicher sein, vielen interessierten Lesern eine große Freude gemacht zu haben.

Olympia-Medaillengewinner Hans Grodotzki und Stephan Freigang.
Olympia-Medaillengewinner Hans Grodotzki und Stephan Freigang. FOTO: Daniel Schauff / LR