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| 17:15 Uhr

Politik
Die Rechten üben den Schulterschluss

Am Sonntag demonstrierte „Zukunft Heimat“ unter dem Motto „Grenzen ziehen“ in der Cottbuser Innenstadt.
Am Sonntag demonstrierte „Zukunft Heimat“ unter dem Motto „Grenzen ziehen“ in der Cottbuser Innenstadt. FOTO: Frank Hammerschmidt
Cottbus. Bei der Demo von „Zukunft Heimat“ zielten AfD-Politiker, Pegida und rechte Vordenker auf das Wahljahr 2019.

Die erste Demonstration des Golßener Vereins „Zukunft Heimat“ nach der Sommerpause nutzten Vertreter der AfD aus Potsdam und Berlin, um schon jetzt auf den Landtagswahlkampf in Brandenburg 2019 einzustimmen. Prominente Unterstützung bekamen sie dabei von Rednern wie dem  Pegida-Initiator Lutz Bachmann oder dem Publizisten Jürgen Elsässer.

Elsässer, der als Vordenker der sogenannten neuen Rechten gilt, hielt sich zunächst mit einem Stand seines Compact-Magazins am Rande der Veranstaltung auf, ergriff dann aber als Hauptredner das Wort. Er bezeichnete Geflüchtete generell als „Invasoren“, beschwor das Bild eines „Kulturkampfes“, dass in der Rechten seit Jahrzehnten gepflegt wird und erklärte dann anhand verschiedener Beispiele, warum die Bundesrepublik für ihn nur ein „Schrumpfland“ sei, er sich aber nach dem „wahren Deutschland“ sehne. Ausdrücklich betonte Elsässer dabei mehrfach seine gedankliche Nähe zur AfD, deren Wahlkampf in Brandenburg er gern unterstützen wolle. Zudem kündigte der Publizist an, ein Volksbegehren ins Leben rufen zu wollen, dass die Schließung der brandenburgischen Außengrenzen fordert. Explizit betonte er die in seinen Augen positive Bedeutung der vom Verfassungsschutz beobachteten „Identitären Bewegung“.

Mit ähnlichem Tenor sprachen sich Anne Haberstroh (Zukunft Heimat), Melanie Keißl (Bürgertreffpunkt „Die Mühle“), der Blogger David Berger und Pegida-Chef Lutz Bachmann gegen Zuwanderung und für eine Unterstützung der AfD aus. Der Bundestagsabgeordnete Steffen Kotré (AfD) bedankte sich für diese Wahlkampfhilfe und lobte den Schulterschluss zwischen der „rechten außerparlamentarischen Opposition“, den Demonstranten von Dresden und Cottbus sowie den Vertretern der AfD in den verschiedensten politischen Gremien.

Zu der Veranstaltung waren nach RUNDSCHAU-Schätzungen etwa 1300 Demonstranten aus Cottbus, Dresden, Elbe-Elster, Berlin, Sachsen-Anhalt und Thüringen gekommen. Die Veranstalter selbst sprechen vom mehreren tausend Teilnehmern.

(hil)