Bernd Otto weiß, dass seine Passion für Indianer und die akrobatische Reitkunst auf den ersten Blick vielleicht etwas befremdlich wirken mag. Doch auf dem Hintergrund einer 40-jährigen, stark durch die DDR geprägten Geschichte, sind Bernd Otto und seine Kunstreitertruppe "Ompah" so etwas wie Zeugen einer verrückten Zeit.

Bernd Otto hatte sich schon als kleiner Junge für das Leben der Indianer in Nordamerika interessiert. "Im Studium habe ich das dann intensiviert, mich vermehrt auch für die Pferde der Indianer interessiert. Die Indianistik-Klubs der DDR hatten damals großen Zulauf, die Auseinandersetzung mit der unterdrückten Minderheit wurde staatlich gefördert. "Zu der Zeit hatte ich viel mit dem Tierparkdirektor zu tun, und nach einer feuchtfröhlichen Nacht bot mir dieser eine Wette an. Wenn ich es schaffte, eine Runde ohne Sattel auf einem kleinen Pferd zu reiten, dürfte ich das Tier behalten", erinnert sich Otto. Er gewann die Wette, holte das Tier zu sich nach Hause und gründete das "Volkskunstkollektiv Indianistik des Tierparks Cottbus". Eine tragende Stute ergänzte die Kerntruppe der Ompahs, und in vielen mühevollen Versuchen lernte der vollkommen unerfahrene Otto den Umgang mit den Tieren, die Reiterei und die Erarbeitung von Unterhaltungsprogrammen mit den Pferden. "Damals reichte es schon, im Indianerkostüm durchs Gelände zu preschen, um die Menschen zu begeistern." Nach und nach verfeinerte und erweiterte Otto seine Künste. Die Truppe wuchs, und mit ihr der Bekanntheitsgrad. "Wir wurden vom Staat gefördert, durften bei Zirkusreitern Unterricht nehmen und konnten für unsere Auftritte viel reisen." Inzwischen war Otto zwar Leiter der zahnmedizinischen Jugendklinik, doch für seine Shows konnte er sich jederzeit selbst von der Arbeit freistellen. Diverse Fernsehauftritte, ein Dreh mit Gojco Mitic - Indianer sein war schön in der DDR. Doch zur Wendezeit musste sich Bernd Otto umstellen. Er machte sich als Kiefernorthopäde selbstständig, konnte nicht mehr jedes Wochenende mit der Truppe unterwegs sein. "Obwohl wir noch schöne Auftritte hatten und ich beim deutsch-amerikanischen Volksfest in Berlin mit einem hohen Armeevertreter die Friedenspfeife rauchen konnte."

Die Ompahs wurden bodenständig, bauten eine Halle und konnten die Shows jetzt auch in ihrem Pferdetheater aufführen. "Unsere Vorstellungen sind immer gut besucht", freut sich Otto.

Die große Jubiläumsshow erzählt die Geschichte der Kunstreiterei nach - mit Kosaken, mit Indianern und mutigen Clowns. Informationen und Vorverkauf unter www.ompah.de .