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| 12:09 Uhr

Einwohnerversammlung
Klein Oßnig: Noch immer vom Lärm genervt

 Der uralte Brauch des Szeppiang fand in Klein Oßnig regen Anklang.
Der uralte Brauch des Szeppiang fand in Klein Oßnig regen Anklang. FOTO: Marion Hirche
Klein Oßnig. Mehr als 60 Einwohner waren beim traditionellen Szeppiang. Sie beschweren sich über den Lkw-Verkehr.

Am Wochenende fand in der Gaststätte „Schön Oßnig“ in Klein Oßnig der traditionelle Szeppiang statt. Dahinter verbirgt sich eine Einwohnerversammlung um  Maria Lichtmess.  Gutsherr Gladitz hat die Tradition eingeführt, lud damals seine Untergebenen zum Umtrunk ein, um gemeinsam über das alte und das neue Jahr zu sprechen.

Gaststätteninhaber Werner Dürre belebte diese Tradition wieder. Sein Sohn Rainer setzt das Werk seines inzwischen verstorbenen Vaters fort. Er begrüßte in diesem Jahr so viele Einwohner wie noch nie: Über 60 Besucher wollten sich die Chance nicht entgehen lassen, Neues über das Dorfgeschehen zu erfahren. Die hohe Teilnahme war aber wohl auch der Unzufriedenheit der Klein Oßniger geschuldet. Sie sind vom B 169-Lärm genervt.

Nach wie vor ist nicht klar, wie der Lkw-Verkehr hier eingedämmt werden kann. Zudem mahnten sie an, dass klappernde Kanaldeckel für zusätzlichen Krach sorgen.  Der anwesende Bürgermeister von Drebkau, Paul Köhne, verwies auf den März diesen Jahres. Bis dahin sollen die notwendigen Verkehrszeichen zur Lkw-Umleitung aufgestellt sein. Wendepunkte für Lkw soll es in  Annahof und in Almosen geben. Betroffene Klein Oßniger können sich Lärmschutzfenster einbauen lassen und das kostenlos. Allerdings machte er noch mal deutlich, dass hier das Heft des Handelns nicht in seiner Hand liegt. Vorgestellt wurde aber noch der Lärmaktionsplan der Stadt Drebkau, der am kommenden Dienstag in der Stadtverordnetenversammlung verabschiedet werden soll. „Es geht um die Reduzierung des Verkehrs insgesamt, also die Ortsumgehung, die  Fahrbahn muss instand gehalten werden, die Einhaltung der Geschwindigkeit sollte überwacht werden. Ruhegebiete sind ausgewiesen“, erklärte Markus  Zahn vom Ingenieurbüro, das den Plan erarbeitet hat.

Trotz Ärger mit ihrer Straße haben die Klein Oßniger im letzten Jahr viel geleistet. Das wurde in den Berichten des Dorfclubvorsitzenden KarlHeinz Pfeifer und vom Ortsvorsteher Frank Schätz deutlich. Der Dorfclub hat zahlreiche Veranstaltungen organisiert: das Zampern, den Szeppiang, das Osterfeuer, das Maibaumaufstellen, die Teilnahme am Drebkauer Kreisel,  das Kinderfest.  Unterstützt wurden die Aktionen auf dem Klein Oßniger Sonnenhügel zur Brandenburger Landpartie und zum Weinbergfest.  Zum ersten Mal gab es vor Ostern ein Ostereiermalen für die Kinder, das noch ausbaufähig ist. Premiere hatten auch das Bankblütenfest, das zum Erfolg wurde. Gut angenommen wurde auch das  Weihnachtsbaumleuchten im Dezember. „Ihr könnt wirklich stolz auf so einen aktiven Dorfclub sein“, meinte Ortsvorsteher Frank Schätz, der auch von einigen Veranstaltungen in Schorbus zu berichten wusste. Er erinnerte vor allem an die Einweihung des Denkmals für Kito Swjela in Schorbus.  

2019 will der Dorfklub  ein Dorfzentrum an der Bank neben der Gaststätte gestalten. Dazu wird es Arbeitseinsätze geben.  Der Pächter des Weinbergs, Dr. Martin Krause,  bedankte sich für  die Unterstützung durch die Klein Oßniger und kündigte an, dass im letzten Jahr der beste Wein seit Eröffnung des Weinbergs herangereift ist.  Er lud zur Jungweinprobe am 27. April ein und kündigte an: „Wir werden unsere Veranstaltungsfläche auf dem Sonnenhügel erweitern, es wird eine durchgängige gastronomische Bewirtschaftung bei den Festen geben.“

Der Drebkauer Bürgermeister berichtete von der Umstrukturierung der Stadtverwaltung, von der Ansiedlung des Standesamtes im Steinitzhof, vom Fortgang verschiedener Baumaßnahmen,  etwa beim Hort und beim Schloss Drebkau.  Er berichtete von der weiteren touristischen Qualifizierung des Steinitzhofs und vom noch doch entstehenden Campingplatz am Gräbendorfer See.  Nach den Kommunalwahlen soll in der Stadt ein Jugendclub entstehen.  Auch Aaron Bank interessiert sich da für eine Mitarbeit. Er gehörte zu den auffallend vielen jungen Klein Oßnigern, die die Versammlung verfolgten: „Das war doch interessant.“ Mit Jeanette Barthel stellte sich eine neue junge Unternehmerin vor. Sie betreibt ein  Home-Shopping-Unternehmen für Mode und Accessoires. Mit  einer Brotzeit klang der Abend gesellig aus.

 Der uralte Brauch des Szeppiang fand in Klein Oßnig regen Anklang.
Der uralte Brauch des Szeppiang fand in Klein Oßnig regen Anklang. FOTO: Marion Hirche
(jul)