Das wassergrün glänzende Kleid muss Stefanie Masnik so raffen, dass die Knöchelturnschuhe sichtbar werden. Sie lacht. O ja, sie habe sich schon mit ihrer Rolle als Wassermanntochter Woda beschäftigt. "Es ist eine Figur, die hinterlistig und intrigant ist. So eine Rolle macht Spaß", gesteht sie. Zugleich ist sie froh, einmal wieder in der Heimat auftreten zu dürfen. Die 25-Jährige stammt aus Cottbus und war als Schülerin mit Texten in der Literaturwerkstatt P 12 aufgefallen. Sie sammelte im Jugendklub des Staatstheaters mit Stücken wie "Lehrer sollten nackt nicht tanzen, nicht vor ihren Schülern" und als Jüngste im Bürgerchor für "Antigone" erste Bühnenerfahrung. Nach der Ausbildung an der Schauspielschule Charlottenburg ist sie nun im Jugendtheater Weimarer Kulturexpress mit Gegenwartsstücken zu Mobbing auf Tournee. Vier der zehn Schauspieler der Sagennacht sind fest am Sorbischen National-Ensemble, was die künstlerische Leitung zum zweiten Mal innehat, engagiert. Stefanie Masnik gehört zu den Gastschauspielern.

In der neunten Spreewälder Sagennacht treffen die Lutki Jolka und Jorko nach ihrem Zeitsprung in die Vergangenheit auf eine gedemütigte Woda. Ihr Gatte, Wendenkönig Prebislav, will seine Burg von den Schwarzen Rittern zurückerobern. Zugleich erwartet seine große Liebe, das Spreewaldmädchen Lina, ein Kind von ihm. Dass Prebislav mit Lina abtaucht, freut Wuhsch, Sohn der Schlangenkönigin. Wuhsch begehrt Woda, und er hat die Krone des Wendenkönigs, die die Lutki verloren hatten …

Jewa-Marja Cornak, die das Libretto schrieb, will gar nicht mehr verraten. Es sei aber spannend, eine neunte Fortführung, die auch noch eine zehnte Fortführung zulässt, zu entwickeln, sagt Regisseur Stefan Haufe. Vor der Hauptbühne, so Ausstatter Wolfgang John, werde es links die Bühne für Lina und Prebislav geben, rechts eine heruntergekommene Burg angedeutet und die kleine Mittelbühne schließlich Festtafel sein. John hatte, als er noch nicht Rentner war und das Cottbuser Staatstheater noch in Burg agierte, bereits die Sagennächte ausgestattet. Die Werkstatt, die das Nationalensemble selbst nicht hat, fand er diesmal an der Senftenberger Bühne.

Mit der Kulturakademie Niederlausitz holen sich das Amt Burg und der Spree-Neiße-Kreis einen neuen Partner fürs Vorprogramm. "Wir werden mit den Lutki, der Mittagsfrau, Schlangenkönig und Blud, dem Irrlicht, Gestalten aus der sorbisch-wendischen Sagenwelt auf die Bühne bringen und noch einmal an die erste urkundliche Erwähnung Burgs erinnern", verspricht Michael Apel von der Kulturakademie. Vielen Sponsoren unterstützen die Sagennacht. Vereine und Trachtengruppen wirken mit. Nur das gute Wetter lässt sich nicht fest engagieren.

Zum Thema:
"Die List" als neunte Sagennacht läuft am 13., 14. und 15. Mai jeweils ab 20 Uhr. Das Vorprogramm startet um 18.30 Uhr. Im Vorverkauf kostet die Karte 20 Euro und ermäßigt (12 bis 17 Jahre) 8,50 Euro. Der Bismarckturm in Burg bleibt wegen der Proben und Umbauten ab dem 9. Mai geschlossen.