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| 05:49 Uhr

Strukturwandel in der Lausitz
Die Lausitz bleibt auf dem Abstellgleis

Die Bahn plant einen zukunftsweisenden Deutschlandtakt. Die Lausitzer Gleise aber halten dabei nicht mit.
Die Bahn plant einen zukunftsweisenden Deutschlandtakt. Die Lausitzer Gleise aber halten dabei nicht mit. FOTO: Sibylle Traube
Berlin. Bundesverkehrswegeplan sieht für Bahnstrecken-Elektrifizierung keinen „vordringlichen Bedarf“.

(si) Wenn es um die schnellen Bahnverbindungen in die Zukunft geht, bleibt die Lausitz erst einmal auf dem Abstellgleis. Zu diesem Schluss muss kommen, wer sich die am Dienstag von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) veröffentlichten Pläne für den Schienenausbau in Deutschland anschaut.

Keine der von den Lausitzern priorisierten Strecken hat es auf die Liste des „vordringlichen Bedarfs“ im Bundesverkehrswegeplan 2030 geschafft. Sowohl die Elektrifizierungen der Bahnstrecken von Cottbus nach Görlitz und Forst wie auch ein Fahrdraht von Dresden nach Görlitz und weiter nach Polen bleiben unberücksichtigt. Begründung aus dem Ministerium: Die Strecken „erfüllen nach dem aktuellen Stand der Untersuchungen derzeit nicht die Kriterien für die Aufnahme in den vordringlichen Bedarf“.

Enttäuscht reagierten am Dienstag Lausitzer Bundestagsabgeordnete. Der Görlitzer Thomas Jurk (SPD) aber setzt auf ein neues Elektrifizierungsprogramm des Bundes. Darüber soll der Haushaltsausschuss am Donnerstagabend entscheiden. Thomas Jurk will sich für die Lausitz-Projekte im Ausschuss stark machen.

Caren Lay (Linke) aus Bautzen/Görlitz zog nach der Entscheidung das Fazit: „Alle Beteuerungen der Koalition im Rahmen der Debatte zum Strukturwandel in der Lausitz und zum Infrastrukturausbau sind wertlos.“

Und der Grünen-Abgeordnete Stephan Kühn (Dresden/Bautzen) spricht im Zusammenhang mit den durchgefallenen Schienen-Projekten von „Sonntagsreden der Bundesregierung“, wenn es um den Strukturwandel in der Lausitz gehe.

Wirtschaft Seite 5