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Die lange, unvollständige Liste Cottbuser Bürgermeister

Cottbus.. Eine Liste der Cottbuser Bürgermeister und Oberbürgermeister, die der Leiter des Stadtmuseums, Steffen Krestin, zusammengetragen hat, fängt 1399 mit Peter Calow an. Wissenslücken über Bürgermeister in den ersten Jahrhunderten der Stadt beruhen auf fehlenden Unterlagen.

Beim Rathausbrand im 17. Jahrhundert gingen wichtige Dokumente in Flammen auf.
Doch auch die unvollständige Cottbuser Bürgermeister-Liste lockte so viele Interessierte beim Seniorentreff in die BTU, dass der Seminarraum 3 im Nu voll besetzt war.
Krestin berichtete von interessanten Männern an der Cottbuser Rathaus-Spitze, darunter zum Beispiel Bäcker, Händler und Bierbrauer mit Namen wie Heinrich Snyder, Caspar Strupitz oder Gebhart Nickel. Ab 17. Jahrhundert geben die Quellen mehr her, zum Beispiel über Bürgermeister Albert Fritz (1680 - 1697), in dessen Zeit der Rathausturm gebaut wurde. In der Zeit von Bürgermeister Johann Ludwig Köhler (1763 - 1785) wurden die ersten 131 Laternen in Cottbus aufgestellt. Unter Oberbürgermeister Johann Christian Krenckel (1803 - 1831) wurde das historisch falsche 900-Jahr-Fest der Stadt Cottbus gefeiert, berichtete Krestin. Für kurze Zeit geriet Cottbus unter sächsische Herrschaft. Oberbürgermeister Johann Gottlob Roemelt bekämpfte 1832 bis 1848 die wachsende Armut in der Stadt mit ihren 8400 Einwohnern.
Unter den herausragenden Persönlichkeiten im Oberbürgermeisteramt (1892 - 1914) erwähnte Krestin den Ehrenbürger Paul Werner, Namensgeber der Schule, in dessen Amtszeit die Straßenbahn nach Cottbus kam.
In der Nazizeit saß unter anderem Dr. Henricus Halten hoff (1933 - 1937) im Cottbuser Rathaus. Die Verfolgung von Sozialdemokraten und Kommunisten begann. Auch der Rathausbau fällt in diese Zeit. 1949 wurde Haltenhoff entnazifiziert, später gehörte er dem niedersächsischen Landtag an.
Max Döring wurde von den Sowjets 1945 als Oberbürgermeister eingesetzt. Die Trümmerbeseitigung begann. Rund 1,5 Millionen Flüchtlinge zogen durch die Stadt. Margarethe Schahn, erste Frau an der Verwaltungsspitze, kam 1954 ins Amt. Die 800-Jahr-Feier von Cottbus und die erste Jugendweihe fielen in die Amtszeit von Herbert Bomski (1954 - 1958). Der Aufbau des Stadtzentrums und des Schwimmstadions wurde von Oberbürgermeister Heinz Kluge (1958 - 1974) begleitet. Der Baubeginn in Sachsendorf und das Aufsetzen der Haube auf die Oberkirche fielen in die Amtszeit von Eberhard Müller (1974 - 1989).
Mit der Wendezeit beendete Krestin seinen Rückblick auf die historischen Oberbürgermeisterpersönlichkeiten, zugleich ein Schnelldurchgang durch die Cottbuser Stadtgeschichte. (ka)