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| 01:09 Uhr

Die lange Geschichte der Fliegerei in Cottbus

Cottbus.. Als am 6. April 1913 das Luftschiff „Hansa“ auf der Cottbuser Pferderennbahn landete, war klar, dass die Cottbuser genauso fasziniert waren von der Entwicklung der deutschen Luftfahrt wie die ganze Nation. 1914 wurde auf der Rennbahn die erste Flugzeughalle eingeweiht. Foto: J. Kaffka


1916 begann der Bau eines Militärflugplatzes an der Burger Chaussee. Mit dem Abflug des letzten Militärflugzeuges endete 1919 die Nutzung des Geländes als Flugplatz.

Flughafen der Niederlausitz
In den 20-er Jahren wurde das Luftverkehrsnetz in Deutschland rasch ausgebaut. Der Cottbuser Magistrat ließ 1925 Möglichkeiten zum Bau eines neuen Flugplatzes untersuchen. Nachdem die Entscheidung über den Standort für einen „Flughafen der Niederlausitz“ zu Gunsten von Cottbus gefallen war, wurden die Arbeiten 1927 abgeschlossen. Am 23. Mai 1927 landete eine Junker-13 mit Bürgermeister Dr. Varnhagen an Bord auf dem neuen Flugplatz.
Der Linien- und Sportflugverkehr nahm in den Folgejahren stetig zu. Den Höhepunkt erreichte er 1931 mit 7604 Starts und Landungen. 1934 wurde eine Flugzeugführerschule in Cottbus eröffnet. Zuvor waren Unterkunfts- und Hallengebäude errichtet worden. Ende der 30-er Jahre entstand die heute noch sichtbare sternförmige Start- und Landebahn. Neben der Pilotenausbildung durch die Luftwaffe montierte die Firma Focke-Wulf Typen wie die FW-200 Condor, FW-190 und TA-152 in Cottbus. ln den Kriegsjahren wurde der Cottbuser Flugplatz durch Bombenangriffe kaum beschädigt.
Nach Kriegsende nutzte die Rote Armee die Anlagen zur Verschrottung von Flugzeugen. Nach 1952 wurde in Cottbus der Grundstein für die DDR-Luftstreitkräfte gelegt. Die Start- und Landebahn wurde kontinuierlich auf 2600 Meter verlängert. Von 1956 bis 1982 wurden die Flugzeugtypen der MIG-Reihe im Jagdfliegergeschwader 1 geflogen. In der Flugplatzkaserne war der Stab der 1. Luftverteidigungsdivision eingerichtet. Wegen des Anwachsens der Cottbuser Bevölkerung und ihrer Belastung durch den Flugbetrieb wurde das Jagdgeschwader 1982 auf den eigens dafür neu gebauten Flugplatz Holzdorf verlegt. Dafür kam das Kampfhubschraubergeschwader 67 nach Cottbus.
Nach der deutschen Wiedervereinigung wurden Personal und Material des Geschwaders nach Bundeswehr-Standard in eine fliegende und technische Abteilung untergliedert und stark reduziert. Der bislang ausschließlich militärisch genutzte Flugplatz wurde nun auch von Zivilmaschinen angeflogen.

Hilfe bei Katastrophen
Im Mai 1993 wurden Hubschrauber der Heeresfliegertruppe zu Feuerwehreinsätzen in Cottbus konzentriert - der erste Katastropheneinsatz der Heeresflieger in Brandenburg.
1993 entstand aus den Heeresfliegerstaffeln Ost und 70 die Heeresfliegerstaffel 400.
1995 wurde der Tower fertiggestellt. Im selben Jahr besuchte Bundeskanzler Helmut Kohl die Fliegerstaffel.
Der 20. Mai 1996 war ein schwarzer Tag für die Staffel 400. Bei einem Flugunfall kamen drei Angehörige der Staffel ums Leben.
Eine harte Belastungsprobe stand der Fliegerstaffel 1997 während des Hochwassers im Oderbruch bevor. Auf dem Höhepunkt der Hilfsaktion standen 54 Hubschrauber in Cottbus bereit.
Der erste Cottbuser Soldat traf im Januar 1997 im Rahmen der friedenserhaltenden Nato-Mission in Bosnien ein. Mehrere Soldaten folgten in den nächsten Jahren.
47 amerikanische Hubschrauber machten 2000 auf dem Rückflug von einem Manöver im polnischen Drawsko-Pomorski in Cottbus Zwischenstation.
Außenminister Joschka Fischer landete 2001 auf dem Cottbuser Heeresflugplatz.
Bei der „Jahrhundertflut“ im August 2002 war die Staffel 400 im Tag- und Nachteinsatz in allen betroffenen Hochwassergebieten in Deutschland.
Die historischen Daten entstammen der Chronik der Cottbuser Fliederstaffel. (ka)