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Die Karl-Liebknecht-Straße 26

Das Haus in der damaligen Kaiser-Friedrich-Straße 26 mit der Schillerapotheke dem Atelier des "Lichtbildners" Fritz Unger in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg.
Das Haus in der damaligen Kaiser-Friedrich-Straße 26 mit der Schillerapotheke dem Atelier des "Lichtbildners" Fritz Unger in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. FOTO: Sammlung Hans Krause
Cottbus. Die heutige Karl-Liebknecht-Straße 26 ist mit einem markanten Eckhaus bebaut. Schon von Weitem sind der Ziergiebel und die dem Barock entlehnte Dachhaube des Erkerbaues zu sehen. Das Gebäude wurde in den Jahren 1896/1897 als Geschäfts- und Mietwohnhaus errichtet. Der Bauherr Ewald Schulz (1876 – 1906) war gleichzeitig auch der Architekt, Maurermeister und Bauleiter. red/nn

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Das Haus in der damaligen Kaiser-Friedrich-Straße 26 mit der Schillerapotheke dem Atelier des "Lichtbildners" Fritz Unger in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg.

jQuery(document).ready(function(){jQuery('.imageReveal').imageReveal({barWidth: 15,touchBarWidth: 40,paddingLeft: 0,paddingRight: 0,startPosition: 0.5,});}); //End Document Ready FunctionEr hatte von Anfang an einen potenziellen Käufer in Aussicht: den Fotografen Otto Putzar. Dieser eröffnete am 25. April 1897 in dem neu erbauten Eckhaus, das zu der Zeit noch nicht bewohnt war, sein zweites Geschäft in Cottbus. Wenig später wurde Putzar Eigentümer des Hauses in der damaligen Kaiser-Friedrich-Straße 26. Nicht ganz sicher ist, ob der Ausbau eines Teils des Dachgeschosses als Atelier mit großer Fensterfront nach Norden aus der Bauzeit stammt.

Im Erdgeschoss waren die Geschäfte vermietet, unter anderem als Fleischerei, Buchbinderei, Zigarrengeschäft von Max Hellenbruch, Papiergeschäft oder Leihbibliothek. Erst mit der Eröffnung der Schillerapotheke von Dr. Guisbert Bölling im Jahre 1930 endete der bis dahin häufige Wechsel der Ladenpächter.

Auch die Fotografen im Haus wechselten. Otto Putzar blieb zwar Eigentümer des Hauses, sein Fotoatelier übernahm aber im Juli 1908 der Fotograf August Spitzer. Von ihm stammen unter anderem die hervorragenden Innenaufnahmen von Schloss Branitz aus der Zeit um 1900.

Im Jahr 1919 kam der Fotografenmeister Fritz Unger (1885 - 1946) nach Cottbus. Er übernahm das Atelier und auch das Negativarchiv von August Spitzer. Im Juli 1919 eröffnete er sein Atelier und erwarb auch das Haus. Fritz Unger wurde für Jahrzehnte "der" Theaterfotograf in Cottbus. Außerdem arbeitete er mit der damaligen bürgerlichen Tageszeitung, dem "Cottbuser Anzeiger" aus dem Verlagshaus Albert Heine, zusammen. So entstanden gerade in den 1920er- und 1930er-Jahren viele erstklassige Architekturaufnahmen und Stadtansichten. In der Zeitung wurde der Urheber leider nicht genannt, da stand nur schlicht "Heine-Klischee". Nach dem Tod von Fritz Unger führten die Töchter das Geschäft weiter, bis sie die DDR verlassen mussten. Das interessante Haus haben sie nach der Wende aufwendig sanieren lassen.