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Die Innenstadt als Baustelle

Die Bauzaun-Packen liegen bereit: Ein Großteil des Stadthallenvorplatzes wird bis Ende des Jahres abgesperrt.
Die Bauzaun-Packen liegen bereit: Ein Großteil des Stadthallenvorplatzes wird bis Ende des Jahres abgesperrt. FOTO: Peggy Kompalla
Cottbus. Am Dienstag haben Arbeiter sowohl den Postparkplatz als auch den Stadthallenvorplatz übernommen. Letzterer wird in weiten Teilen abgeriegelt. Der gesamte Bereich wird bis Ende des Jahres eine Großbaustelle. Vor den Konsequenzen fürchten sich vor allem die Händler in der Spree Galerie. Peggy Kompalla

Am gestrigen Dienstagnachmittag ist nur zu ahnen, welche Ausmaße die Absperrung auf dem Stadthallenvorplatz künftig einnehmen wird. Die Cottbuser schlendern noch gemütlich durch den Sonnenschein und quer über den Platz. Dabei passieren sie große Packen Bauzaun-Teile. Davon gibt es vier. Sie markieren offensichtlich die Ecken der künftigen Sperrzone und die ist genauso groß wie die Stadthalle. Damit schrumpft der Platz auf ein Minimum. Ein Fußweg bleibt zwischen Stadthalle und Springbrunnen offen. Die Spree Galerie verwandelt sich auf diese Weise in eine Baustelleninsel.

Genau davor fürchten sich viele Händler - wie Gudrun Schwarz. Sie ist die Inhaberin des Zeitungsladens in der Innenstadt-Passage. "Wir hatten schon mit der Baustelle an der Straßenbahnhaltestelle im letzten Jahr zu kämpfen", berichtet sie. "Es sind deutlich weniger Kunden gekommen. Jetzt kommt schon die nächste Baustelle."

Besonders dramatische Auswirkungen erwartet die Geschäftsfrau durch die Verlegung der beiden Wochenmärkte am Mittwoch und Freitag in die Sprem beziehungsweise auf den Platz am Stadtbrunnen (Heronplatz). "Die sind ein wichtiges Verbindungsglied für die Spree Galerie. Sie locken Kunden zu uns", betont Gudrun Schwarz. "Jetzt sind wir von allem abgeschnitten - den Märkten und sogar dem Stadtfest."

Tatsächlich hat Centermanager Jörn Hübner nach eigenen Worten bis zuletzt mit dem Ordnungsamt verhandelt. "Wir hängen sehr an den Märkten und haben uns stark bemüht, wenigstens den Freitagsmarkt auf dem Platz zu halten. Dafür haben wir sogar angeboten, einen Teil der Stände in die Galerie reinzuziehen", berichtet er. Doch die Lausitzer Wasser (LWG) GmbH braucht nun offenbar deutlich mehr Platz für ihre Baustelleneinrichtung als ursprünglich geplant.

Der Centermanager gibt sich diplomatisch: "Noch kennen wir die Dimension und die Belastung durch die Baustelle nicht." Am heutigen Mittwoch ist eine Baustellenanlaufberatung geplant. Dort will Jörn Hübner eine verbesserte Fußweg-Anbindung mit den Verantwortlichen besprechen. Außerdem könne er sich einen Baustellen-Infopunkt als guten Anlauf in der Spree Galerie vorstellen.

Zum Thema:
Bis Ende des Jahres bleibt der Postparkplatz Baustelle. Zunächst verlegt die LWG einen neuen Mischwasserkanal, danach übernimmt die Stadt die Baustelle und richtet den Platz neu her. In der Zeit wird ein Großteil des Stadthallenvorplatzes als Baustelleneinrichtung genutzt. Beide Bauprojekte kosten zusammen rund vier Millionen Euro. Bus und Bahn bleiben unbehelligt.