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| 19:42 Uhr

Stadtleben
Der Image-Macher

Der Lübbener Jörg Ackermann will das Bild der Stadt positiv beeinflussen.
Der Lübbener Jörg Ackermann will das Bild der Stadt positiv beeinflussen. FOTO: LR / Hilscher Andrea
Cottbus. Pool Production prägt seit 20 Jahren Wahrnehmung und Selbstverständnis von Cottbus. Von Andrea Hilscher

„Agentur für Aufmerksamkeit“ hat sich die Firma Pool Production als Beinamen gewählt, und die Macher spielen auf ihrem Internetauftritt mit diesem Begriff: Sie kreieren Aufmerksamkeit für Supermärkte oder Bäckereiketten, Schoko-Hersteller und Wasserwerke. Aufmerksamkeit vor allem aber für die großen und kleinen Events, die Cottbus Großstadtflair verleihen. Mit Jörg Ackermann, Firmengründer und einer von drei Geschäftsführern, sprach die RUNDSCHAU über die Pool-Projekte anlässlich des 20. Firmenjubiläums.

Das Filmfestival. Vor 28 Jahren aus der Filmklubbewegung erwachsen, ist pool production seit 2001 Veranstalter des FFC. Kritiker sagen, seitdem habe das Festival an Seele verloren. Jörg Ackermann hält dagegen. „Wir haben das Festival finanziell auf solide Füße gestellt. Das Budget verdoppelt, uns international anders aufgestellt. Während des Festivals beschäftigen wir 130 Leute, haben inzwischen 21 000 Besucher. Unser blaues Band, das sich zum Festival durch die Stadt zieht, ist zu einem Markenzeichen geworden, ebenso wie der Begriff FFC.“ Das Festival würde zwar kommerzielle Filme auf die Leinwand bringen, „aber vor allem deshalb, weil sich darin zeigt, welche Entwicklung sich gerade in einem Land vollzieht.“ Alles, so sagt der früherer Herausgeber des Stadtmagazins „Hermann“, würde auf dem Filmfestival zur Diskussion gestellt und hinterfragt. „Bei uns reden Russen und Ukrainer noch miteinander. Wo sonst ist das noch möglich?“

Die Nacht der kreativen Köpfe. Die Adaption einer Berliner Idee bringt seit zwölf Jahren einmal im Jahr rund 6000 Besucher dazu, ihre Stadt neu zu entdecken. 20 Orte, 20 Möglichkeiten, hinter die Kulissen ansonsten verschlossener Räume zu blicken. Jörg Ackermann ist stolz auf seine Nacht. „Ich selbst bin immer wieder überrascht, wer in dieser Stadt alles tolle Sachen macht. Rund 1800 Mitwirkende sind zum Teil über Monate mit den Vorbereitungen für die NDKK beschäftigt, das prägt auch ihre Wahrnehmung der eigenen Arbeit.“ Das Apothekenmuseum oder die JVA in Dissenchen seien völlig überrascht gewesen, welchen Ansturm sie auslösen können.

Das Gartenfestival. Hat gerade zum achten Mal stattgefunden, blieb mit rund 8000 Besuchern knapp hinter den Erwartungen zurück. „Das Wetter, dazu Fußball  das hat die Zahlen etwas gedrückt“, sagt Jörg Ackermann, der ansonsten zufrieden ist mit der Entwicklung, die das Fest genommen hat. „Die Händler fühlen sich wohl, die Gäste lieben es, die Stiftung Schloss und Park Branitz profitiert von unseren Eintrittsgeldern und dem positiven Image, dass durch das Fest verbreitet wird.“  Ein Gartenmarkt mit Flair, der Eintrittspreis von sieben Euro und die angebotenen Pflanzen und Accessoires zielen auf ein interessiertes Publikum. „Wir wollen nicht elitär sein“, betont Ackermann.

Quark & Leinöl. Neu in der Pool-Familie – ein „Landlust“-Event in Burg. „Tolle Location, tolle nachhaltige Angebote, das wollen wir pflegen und entwickeln“, so Jörg Ackermann.

Aufgeben musste er das Projekt eines Adventsmarktes in Branitz. „Von den Besuchern wurde er toll angenommen, aber trotz 9000 Gästen haben wir es nicht geschafft, den Markt wirtschaftlich zu betreiben. Deshalb mussten wir die Reißleine ziehen. Heute wird der Markt von einer anderen Agentur  und mit anderen Inhalten angeboten.