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| 02:33 Uhr

Heimat für zukünftige Baumeister
Die Hochschule für Bauwesen

FOTO: Heute: Peggy Kompalla - Damals: Sammlung Hans Krause
Cottbus. Im Jahre 1961 brachte der Verlag Bild und Heimat diese Ansichtskarte heraus. Sie trägt die Bezeichnung "Cottbus - Hochschule für Bauwesen". Dabei handelt es sich um ein Schulgebäude in der Sielower Straße 10. Das Gebäude erinnert an die Entstehung und Entwicklung einer Bauschule in Cottbus, deren Werdegang sehr wechselvoll war.

Um nach dem Ende des verheerenden Zweiten Weltkriegs so schnell wie möglich gute Fachkräfte für den Wiederaufbau der Städte und eben auch der Stadt Cottbus zu bekommen, wurde in Cottbus eine dementsprechende Schule eingerichtet und am 10. November 1948 durch den Oberbürgermeister Otto Weihrauch eröffnet. Diese "Bauingenieurschule für Bauwesen und Handwerksforderung" befand sich in der August-Bebel-Straße 43, in dem 1930 errichteten zweizügigen Schulgebäude, der ehemaligen Bismarckschule. Für diese "Bauschule" war zunächst der Ostflügel des Schulgebäudes ausgebaut worden, "... der endgültige Ausbau wird im Rahmen des Zweijahresplanes durchgeführt", heißt es im Bericht des Stadtrats Lemke vor den Stadtverordneten am 28. September 1948. Fast ein Jahr später, am 26. Juli 1949 berichtet der Stadtschulrat Pohlmann: "An der Landeshochbauschule studieren 121 Schüler in vier Klassen, die von 3 hauptamtlichen und 7 nebenamtlichen Lehrkräften geschult werden." Der erste Schuldirektor war Theodor Zollna.

Da das Schulgebäude inzwischen von der sowjetischen Besatzungsmacht beansprucht wurde, musste die Landeshochbauschule das Gebäude räumen. Sie fand vorübergehend im Schulhaus am Berliner Platz, genau Friedrich-Ebert-Straße 55, ein Unterkommen. Im Jahre 1952 wurde dann, nach Plänen der Architekten Wilhelm Flemming und Karl Irmler auf dem städtischen Grundstück in der Sielower Straße das neue Gebäude errichtet. Es ist ein dreigeschossiger Ziegelbau mit abgewalmtem Steildach, das ursprünglich mit holländischen S - Pfannen eingedeckt wurde. Der dreitürige Eingang wird von einem Balkon mit schmiedeeisernem Gitter überdacht. Tore, Türen und Fußböden sind mit Travetin verkleidet.

Zum 1. Oktober 1954 wurde Professor Dr. Musterle zum Rektor der "Hochschule für Bauwesen" in Cottbus berufen, doch hatte der Rektor 1958 seinen Austritt aus der SED erklärt. 1961 erfolgte seine Abberufung als Rektor. Die Schule wurde umstrukturiert. Dem Schulgebäude, später als Ingenieurschule für Bau- und Straßenwesen genutzt, war an der südlichen Schmalseite ein tiefer gelegener Speisesaal angefügt. Dieser ist inzwischen abgerissen worden, um entlang der Nordstraße einen modernen Schulbau an die "alte" Bauschule anzufügen. Am 14. Februar 2000 wurde der Neubau mit der restaurierten "ehemaligen Bauschule" als Oberstufenzentrum I eröffnet. Die weitere Entwicklung der Cottbuser Bauschule fand ihre Fortsetzung schon in den 1960er Jahren auf der Westseite der Karl-Marx-Straße statt.