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Drachenboot-Indoor-Cup
„Tauziehen“ auf dem Wasser – mit dem Gegner im selben Boot

Cottbus. Die Hai Voltage-Wassersportler veranstalten zusammen mit der Lagune den ersten Cottbuser Drachenboot-Indoorcup. Von Stephan Meyer

Drachenbootsport in einer Schwimmhalle zu betreiben – was zunächst nach einer abwegigen Idee klingt, ist laut Manuela Heyn-Dittbrenner seit ein paar Jahren im Kommen. Sie ist Mitglied der Drachenbootmannschaft Hai Voltage. Das Team veranstaltet am 4. Februar den ersten Cottbuser Indoor-Drachenboot-Cup.

Wer dabei an eine Regatta im Schwimmbecken denkt, liegt falsch. Vielmehr handelt es sich dabei um eine Variante des Tauziehens. Zwei achtköpfige Teams sitzen sich dabei in einem 12,5 Meter langen Boot gegenüber. Das Boot selbst ist an beiden Enden mit Seilen lose an den Beckenrändern befestigt. Die Mannschaften müssen dann 60 Sekunden lang gegeneinander anpaddeln. Gewonnen hat, wer am meisten Meter gutmacht.

Auch wenn sich 60 Sekunden nach wenig anhören mögen, so ein Durchlauf sei sehr kräftezehrend, weiß Manuela Heyn-Dittbrenner aus eigener Erfahrung. Oft würden die Gewinner das Boot maximal 1,5 bis zwei Meter fortbewegen. „Dann ist man aber schon sehr gut“, sagt die Cottbuserin. Sie selbst hat bereits an solch einer Veranstaltung teilgenommen. Teamkollegen von ihr hingegen waren schon bei circa drei Wettkämpfe dieser Art dabei. Seit Ende September plant das Drittliga-Drachenbootteam mit Lagune-Geschäftsführer Ronald Kalkowski an der Veranstaltung. Es ist die erste, die die Sportler organisieren. „Wir sind schon etwas aufgeregt und nun froh, dass sie endlich stattfinden wird“, gesteht die Drachenbootsportlerin.

Weil sie und ihre Teamkollegen das Paddel außerhalb der Saison nicht aus der Hand legen wollten, kamen sie auf die Idee zum eigenen Cup. „Im Winter ist Saure-Gurken-Zeit für Drachenbootsportler“, so Manuela Heyn-Dittbrenner. Einige würden das als Ausrede verwenden und von Oktober bis März pausieren. Andere ziehe es ins Fitnesstudio zum Krafttraining. Das käme in der Saison manchmal zu kurz. Hai Voltage trainiere zwar auch außerhalb der Saison, dann aber nur 14-tägig. Der eigene Cup sei eine willkommene Gelegenheit, den Sport im Winter zu betreiben, freut sich die Cottbuserin.

Der Spaß soll bei dem Wettkampf aber nicht außen vor bleiben. Neben Profis sind bei der Veranstaltung auch Amateur- und Firmenmannschaften willkommen. Nach zwei Vorläufen wird eine Wertung für eine Finalrunde erfolgen. Anschließend soll die Rangliste in zwei Gruppen aufgeteilt werden: Die leistungsstarken Teams fahren um einen Sport-Cup, die übrigen Mannschaften werden um den, gesondert gewerteten, Fun-Cup kämpfen.

Während der Planung war Manuela Heyn-Dittbrenner etwas skeptisch, ob sich genügend Teams für den Wettkampf finden lassen würden. Zwischen Weihnachten und Neujahr hätten sich die Anmeldungen aber gehäuft. Elf Teams haben sich inzwischen angemeldet. Zwei weitere haben sich angekündigt. Darunter ein Erstligateam. Hai Voltage hat sich ein Teilnehmer-Limit von maximal 15 Teams gesetzt. Wer noch mitmachen möchte, muss sich also beeilen. „Aber wenn es am Ende 17 oder 18 Mannschaften sein sollten, werden wir bestimmt keinen rausschmeißen“, versichert die Drachenbootsportlerin entspannt.

Passionierte Schwimmer und Turmspringer müssen an dem Tag der Lagune übrigens nicht fern bleiben. Für sie wird trotzdem ausreichend Platz in der Lagune sein. Der Wettkampf soll lediglich den hinteren Teil des Schwimmbeckens einnehmen. Wer für den Wettkampf nichts übrig hat, sich aber dennoch im Drachenboot-„Tauziehen“ ausprobieren möchte, wird dazu die Gelegenheit bekommen. In den Pausen dürfen sich Laien selber damit vertraut machen, wie schwer es ist, das Boot in Bewegung zu bringen. Darüber hinaus wird es für die kleinen Lagunebesucher Kinderschminken und eine Bastelecke geben.

Mit der Unterstützung verschiedener Partner will der Lagune-Geschäftsführer Ronald Kalkowski über das Jahr hinweg häufiger solche größeren Events veranstalten. Dafür entfällt jedoch der Familiensonntag, der 2017 monatlich stattfand. Als Entschädigung verspricht er, dass die neuen Veranstaltungen noch attraktiver werden.