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| 02:34 Uhr

Die erste Feierkooperation im Cottbuser Norden

Das Karlstraßenfest zog junge Cottbuser und Studenten an.
Das Karlstraßenfest zog junge Cottbuser und Studenten an. FOTO: rur1
Cottbus. An zwei Orten aber dennoch gemeinsam haben Einwohner und Gäste am Samstag in Schmellwitz und am Bonnaskenplatz gefeiert. Dabei fanden Familien ebenso wie Jüngere und Ältere Angebote für Spaß und viel gute Laune. rur1

Sich keine Konkurrenz machen und lieber für schöne Stunden überall im Cottbuser Norden zu sorgen, dieses erstmalige Konzept haben die Organisatoren des Karlstraßenfestes und des Stadtteilfestes Schmellwitz erfolgreich umgesetzt. Während im Bürgergarten stärker auf Familien und Bewährtes orientiert wurde, kamen im kleinen Park vor allem junge Cottbuser und Studenten auf ihre Kosten.

Dixieland und Folklore

Nicht nur die räumliche Nähe, sondern auch ähnliche Erfahrungen hatten die Kooperation im Cottbuser Norden gefördert. Die Vorstellungen des Schmellwitzer Bürgervereins, eingefahrene Bahnen zu und damit auch den eingeführten Veranstaltungsort zu verlassen, konnten die Macher des Karlstraßenevents leicht nachvollziehen. Ihre Veranstaltung hatte sich vor wenigen Jahren von einem Hoffest mit einer großen Portion frischem Wind zu einem deutlich offeneren Spektakel an einem neuen Standort entwickelt.

Das gegenüber den Vorjahren gestraffte Programm im Bürgergarten behielt die Familien im Blick und setzte beim Bühnenprogramm auf bewährte Künstler der Region und neue Ensembles. Die Saspower Dixieland Stompers erwiesen sich einmal mehr als Garanten für gute Stimmung und beste Unterhaltung, deren Musik das Publikum mitriss. Freunde sorbischer Musik und Kultur kamen beim Auftritt der Gruppe Drjewjanki auf ihre Kosten. Träumer und Menschen entführten das Publikum in poetische aber auch sehr reale Alltagswelten. Den musikalischen Auftakt hatten die Cottbuser Musikspatzen gegeben.

Reiten und Klettern

Die Kinder hatten viel Spaß beim Spielen und Basteln. Die Mutigeren wagten sich für einige Minuten oder etwas länger auf einen Pferderücken oder zum Klettern. Das Fest endete schon am frühen Abend mit einer Feuershow. Im Schatten der Fußball-Weltmeisterschaft und aus Kostengründen war auf ein großes Abendprogramm bis in die Nacht hinein verzichtet worden. "Es wurde heute nicht so viel geboten wie in den Vorjahren, dennoch war es schön", fand Angela Hartmann.

Erst am frühen Nachmittag startete das Karlstraßenfest, dafür wurde dann aber auch entsprechend länger gefeiert. Schon traditionell begrüßten Staffeleien und Maltische die Besucher, an denen sich vor allem viele Mädchen und Jungen versuchten. Studenten, Vereine und Gastronomen luden ein, vegane Gerichte zu probieren.

Vereine stellten sich vor

Wer wollte, konnte basteln, seine Kreativität und Fähigkeiten als Hobbygärtner erproben und auf dem Flohmarkt stöbern. Natürlich gab es auch fleischhaltige Genüsse und Cocktails. Eine Kutsche und Shuttles verkehrten zwischen beiden Festorten.

Jugend- und soziale Initiativen, Umweltfreunde, politische Aktionsgruppen, Gewerkschaften und Kultureinrichtungen gestalteten Informationsstände. Dabei wird für Aktionen gegen Rassismus und Rechtsextremismus geworben, auf Aktivitäten wie das Klimacamp im Sommer in Proschim hingewiesen.

Ausflug in die Historie

Stark genutzt wurde die Kiezführung mit Stadthistorikerin Dora Liersch, die Anwohnern und Gästen die Geschichte des Quartiers rund um den Bonnaskenplatz erschloss. Der Bereich des Brunschwigareals kam bei Eingemeindungen im 19. Jahrhundert zu Cottbus. Es sollte Wohnzwecken dienen. Das lange Nebeneinander von städtischen Flächen und Rittergut hat sich in einigen Straßen und bei Bebauungsstrukturen erhalten. Dazu zählen abweichende Straßen- und Bürgersteigbreiten und Gebäudehöhen.

Auf Bänken, in Liegestühlen und auf dem Rasen lauschten die Besucher Cottbuser Musikern wie dem "Akkordeon Salon Orchester" und der Gruppe "Olga Don't Be Shy".