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Die einen jagen schwimmende Plötzen und Kathrin nach goldenen Medaillen

In aller Bescheidenheit beging der Anglerverein Zentrum Cottbus ein Doppeljubiläum. Der Verein besteht 30 Jahre (offizieller Gründungstermin 23. Februar 1973), den weltweit Schlagzeilen machenden Castingsport gibt es seit 25 Jahren. Hajo Schulze


Anlass für ein statistisches Resümee mit einem Dank an all jene, die sich ehrenamtlich um den beliebten Angelsport kümmern. Zu nennen wäre Dieter Ernst, der zu den Mitbegründern des Vereins zählt und ihn seit 30 Jahren leitet. „Doch wir wollen bei dieser Bilanz nicht die anderen fleißigen Helfer des Vostandes vergessen“ , sagt Ernst. Neben ihm zählen Hans Humke, Max Piater, Walter Köhler und Torsten Ernst zu den Gründungsmitgliedern. 17 Anglerfreunde standen damals im Anwesenheitsprotokoll. Heute zahlen 313 Beitrag, darunter fast 100 Kinder und Jugendliche. Die sportlichen Ambitionen an den Lausitzer Gewässern sind dem Hegen und Pflegen untergeordnet. Der relativ ordentliche Fischbesatz in der Spree, dem Staubecken Spremberg, dem Pinnower See und anderen Gewässern bietet bei der Jagd auf Karpfen, Plötze, Hechte und Bleie viel Abwechslung. Der Verein organisiert jährlich einige Gemeinschaftsveranstaltungen wie Anangeln, Pokalangeln, Fischen in der Nacht und einiges mehr. Auch für die Senioren gibt es spezielle Touren. Seit vielen Jahren bewährt ist eine gemeinsame Ausfahrt zum Hochseeangeln. Allerdings sind die Zeiten vorbei, wo der Verein im Angelsport bedeutende sportliche Erfolge errang. So ist beispielsweise in der Chronik ein dritter Platz d er Cottbuser Mannschaft bei DDR-Meisterschaften enthalten. Torsten Ernst wurde dreimal Bronzemedaillengewinner bei DDR-Jugendtitelkämpfen. Im sportlichen Angeln werden inzwischen kleinere Brötchen gebacken. Bei Kreismeisterschaften und kreislichen Pokalturnieren wurden vordere Plätze erreicht.
Casting dagegen wird in dem Verein seit Jahren groß geschrieben. Die internationalen Erfolge sind inzwischen bekannt. Kathrin Ernst gilt als Protagonistin dieses Sports, der meist auch als Turnierangeln bekannt ist. Seit fast zehn Jahren gehört die Athletin der deutschen Nationalmannschaft an und besitzt mit dem „Silbernen Lorbeerblatt“ die höchste sportliche Auszeichnung. Schon zu DDR-Zeiten wurde die amtierende Mannschaftsweltmeisterin „Verdiente Meisterin des Sports“ . Ihr Trophäenschrank ist reichlich gefüllt. Immerhin besitzt sie über 50 Medaillen von Europa- und Weltmeisterschaften. Kathrin Ernst war achtmal Beste Europas und zehnmal Gewinnerin bei Welttitelkämpfen.
Nun rüstet die Cottbuserin erneut zur Teilnahme an den Europameisterschaften im September. In Berlin will sie zu einem neuen Höhenflug vor heimischem Publikum starten. Ein Beitrag zum Jubiläum ihres Vereins .