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Die ehemalige Hermann-Löns-Kaserne

Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde die Kasernenanlage im Cottbuser Süden gebaut. 1938 zogen die ersten Soldaten ein.
Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde die Kasernenanlage im Cottbuser Süden gebaut. 1938 zogen die ersten Soldaten ein. FOTO: Sammlung Hans Krause
Cottbus. Der Cottbuser Hans Krause hat eine riesige Sammlung historischer Postkarten von Cottbus zusammengetragen. In den kommenden Wochen wird die RUNDSCHAU eIn den Jahren 1937/1938 wurde im Süden von Cottbus eine Kaserne als Artellerie-Kaserne für die Deutsche Wehrmacht erbaut. Die Bauentwürfe fertigte die Heeresverwaltung an. Sie entsprachen dem typischen Gestaltungsprinzip der damaligen Zeit.ine Auswahl der Motive veröffentlichen und ihnen die aktuellen Ansichten gegenüberstellen. Dora Liersch hat die historischen Stadtbilder für uns kommentiert. red/nn

Den Mittelpunkt bildete das Stabsgebäude, das heute als Torhaus bezeichnet wird. Bereits im November 1938 zogen Teile des Artellerie-Regiments 80 in die Kaserne ein, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal richtig fertiggestellt war.

Da die Kaserne an der Hermann-Löns-Straße lag, erhielt sie den Namen des Dichters Hermann Löns, der am 27. September 1914 im Ersten Weltkrieg gefallen war. Hermann Löns hat wunderbare Tier- und Naturgedichte geschrieben. Bekannt wurde Löns als "Heide-Dichter".

Zeitgleich mit der Kaserne wurden auch Wohnhäuser für die Offiziere gebaut, so zum Beispiel an der Ecke Hermann-Löns-Straße/Dresdener Straße. Diese Bauten waren von dem damals in Cottbus lebenden Architekten Rudolf Stiefler geplant worden.

Das Artellerie-Regiment 80 wurde im August 1939 für den Feldzug nach Polen weiter nach Osten verlegt. Mit der Mobilmachung kam die 208. Infanterie-Division in die Hermann-Löns-Kaserne.

Nach dem Kriegsende 1945 fanden zunächst Flüchtlinge ein notdürftiges Quartier in den Kasernenbauten, bis die Rote Armee die komplette Anlage in Beschlag nahm. Die Nationale Volksarmee bezog die Liegenschaft im Jahr 1958. Deshalb wurde das 15. Panzerregiment, das zur 7. Panzerdivision gehörte, von Spremberg nach Cottbus verlegt. Das bedeutete, dass das Militärgelände vergrößert werden musste.

Am 3. Oktober 1990 übernahm die Bundeswehr die Kaserne, die zu DDR-Zeiten Paul-Hornick-Kaserne hieß. Paul Hornick (1898 bis 1964) war ein Antifaschist und Funktionär des Rote Frontkämpferbundes (RFB). Nach dem Abzug der Kampftruppe blieb zunächst noch ein Ausbildungsbataillon zurück.

Inzwischen wird das Gelände zivil genutzt. Es entstanden das Behördenzentrum "Südeck", wo unter anderem das Verwaltungsgericht Cottbus und das Finanzgericht Berlin-Brandenburg ihren Sitz haben, und das Vattenfall-Hochhaus. Aber auch neue Wohngebäude, Einkaufsmärkte und die neue Hauptfeuerwache wurden auf dem ehemaligen Militärgelände errichtet.