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Vereinsleben
Die Cottbuser Sportfamilie feiert ihre Helden im Ehrenamt

Der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung Reinhard Drogla (l.) ehrt gemeinsam mit der Leiterin des Geschäftsbereiches Jugend, Kultur und Soziales, Maren Dieckmann (r.) Christina und Michelle Herold und Reneè Schmidt mit dem Eintrag in die Ehrenchronik der Stadt Cottbus.
Der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung Reinhard Drogla (l.) ehrt gemeinsam mit der Leiterin des Geschäftsbereiches Jugend, Kultur und Soziales, Maren Dieckmann (r.) Christina und Michelle Herold und Reneè Schmidt mit dem Eintrag in die Ehrenchronik der Stadt Cottbus. FOTO: Georg Zielonkowski
Cottbus. Fast ein Viertel der Einwohner der Stadt sind nachweislich sportlich aktiv. Bei den Übungsleitern haben die Lausitzer echte Nachwuchssorgen.

An der großen Cottbuser Sportlerfamilie kommt man einfach nicht vorbei, wenn man das gesellschaftliche Leben und Freizeitverhalten der Menschen dieser Stadt bewerten will. Das hat Maren Dieckmann, Dezernentin und Leiterin des Geschäftsbereiches Jugend, Kultur und Soziales, zur Jahresversammlung des Stadtsportbundes betont. 24 Prozent der Einwohner sind sportlich unterwegs. Damit seien die Sportler die größte gesellschaftliche Vereinigung der Stadt Cottbus.

Stadtsportbund-Chef Olaf Wernicke berichtet stolz: 165 Neuzugänge sind im vergangenen Jahr in der Sportlerfamilie neu begrüßt worden. Aber: „Es ist unsere größte Herausforderung, Übungsleiter-Nachwuchs zu finden. Zudem fehlen auch  überall Kräfte, die sich in die Vorstandsarbeit der Vereine einbringen wollen“, benennt er auch Probleme. Und: Die Bürokratie bremse die Begeisterung. „Die im Mai in Kraft getretene Datenschutzgrundverordnung mag für große Vorhaben und Ereignisse durchaus wichtig sein, den kleinen Sport an der Basis lähmen solche Verordnungen außerordentlich“, sendet er Kritik zur Landesebene.

Emotional wendet sich Stadtsportbund-Ehrenmitglied Winfried Schwerendt an die Mitglieder: Der frühere Boxer bietet, sich weiterhin der Integration zu öffnen, um so dem Gedanken der Humanität, der dem Sport eigen ist, zu folgen. Großartige Leistungen vollbringen in den 146 Sportvereinen Tag für Tag mehr als 1000 ehrenamtliche Übungsleiter und 800 Vereinsvorstände. Der Landessportbund Brandenburg zeichnete den einstigen Sportdezernenten und Förderer des Sports, Berndt Weiße, mit der Ehrennadel in Gold aus.

Für seinen langjährigen und unermüdlichen Einsatz im Cottbuser Tischtennis-Team wurde Thomas Mellack als „Sportsympathiegewinner 2017“ geehrt. Als Mitbegründer ist er schon länger als zwanzig Jahren wichtig für den Verein. Unter der Leitung von Thomas Mellack ist sein Verein zu einer gefragten Adresse im Brandenburger Tischtennis geworden. Derzeit spielen im Tischtennis-Team zwei Damen-, fünf Herren- und fünf Nachwuchsmannschaften.

Carmen Zehnsdorf ist seit 1994 beim ESV Lok RAW Cottbus Mitglied und seit 2003 ehrenamtliche Schatzmeisterin im Verein. Aufgrund ihrer Zielstrebigkeit und großen Verlässlichkeit wurde Carmen Zehnsdorf bereits das anerkannte Gütesiegel für das qualifizierte Sportangebot der Wirbelsäulengymnastik vom DOSB verliehen. Nun wurde sie für ihr vorbildliches Engagement und ihren ehrenamtlichen Einsatz mit dem Ehrenpokal des Stadtsportbundes ausgezeichnet.

Anfang der 80er Jahre kam Sven Schöps als Basketballer und berüchtigter Werfer nach Cottbus. Seine Leidenschaft für den Basketball hat er sich bis heute erhalten. Als Spieler, Trainer und Vorsitzender ist Sven Schöps stets ein Führungsspieler, ohne dabei zu vergessen, dass er dennoch auch Teamspieler sein sollte. Seit Jahren ist er ehrenamtlich im Vorstand tätig, um nach dem Wegzug von Rene Schilling die Führung des Vereins zu übernehmen. Für seine leidenschaftliche und ehrenamtliche Tätigkeit für den Basketballsport erhielt Schöps die Ehrennadel des Stadtsportbundes Cottbus.

Einige der erfolgreichsten Cottbuser Sportler des Jahres 2017 wurden zudem eingeladen, sich in die Ehrenchronik der Stadt Cottbus eintragen. So Michelle Herold, die international erfolgreiche Vertreterin des Kampfsportvereins Doitsu- Budo-Kwai Cottbus, und deren Mutter und Trainerin Christina Herold, die als Aktive auf zehn Europameistertitel verweisen kann. Eine umfangreiche Titelsammlung können auch die Schützlinge von Trainer Reneè Schmidt verweisen. Deshalb durfte auch der Trainer der Radsportler aus dem Behindertensport in die Ehrenchronik eintragen. Seine Schützlinge, die derzeit auf Wettkampfreisen unterwegs sind, werden diese Ehrung später nachholen.

(ski)
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