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Elke Dreko geht in den Ruhestand
Die Bühne leben, die Bühne lehren

Elke Dreko geht nach fast zwei Jahrzehnten am Staatstheater in den Ruhestand.
Elke Dreko geht nach fast zwei Jahrzehnten am Staatstheater in den Ruhestand. FOTO: Marlies Kross
Cottbus. Nach 18 Jahren am Staatstheater geht Theaterpädagogin Elke Dreko in den Ruhestand. Theatersprecherin Gabriela Schulz hat lange mit der gelernten Grundschullehrerin zusammengearbeitet und findet für das gesamte Staatstheater einige Worte zum Abschied als Kollegin: "Wer als Grundschüler einst von ihr beim Besuch der Oper ‚Hänsel und Gretel' mit dem ‚Theatervirus' angesteckt wurde und ihr später als Oberschüler oder Abiturient in der ‚Sonnenallee' wieder begegnete, dem wird die Theaterpädagogin Elke Dreko wohl für immer in Erinnerung bleiben. red/dsf

Als Elke Dreko, studierte Kulturwissenschaftlerin, 1999 gefragt wurde, ob sie sich eine Tätigkeit am Staatstheater Cottbus als Pädagogin vorstellen könnte, war nicht abzusehen, dass daraus eine lebenslange Passion werden würde. Mit ihrem Engagement, ihrer Neugier und Leidenschaft prägte Elke Dreko seither den Pädagogikbereich, bereiste die Republik, um Erfahrungen zu sammeln und erarbeitete sich ihr eigenes theaterpädagogisches Instrumentarium.

Vertrauen konnte sie dabei auf ihr gut funktionierendes Netzwerk im Schulamtsbereich, in dem sie viele Lehrer und Klassen mit Namen und Adresse kennt. So entwickelten sich tragfähige Partnerschaften, die Lehrer fanden mit ihren Anliegen ein offenes Ohr.

Den Schwerpunkt bildete die Arbeit mit Schülergruppen, denen Elke Dreko nicht nur jeden Winkel vor und hinter den Kulissen zeigte, gut und gern unterstützt von den Kollegen der Technik, Requisite und in den Werkstätten, sondern für die sie auch Proben- und Vorstellungsbesuche organisierte. Daneben gab es thematische Workshops und stückbegleitende Formate, Lehrerfortbildungen, Betreuung von Premierenklassen - und das übers ganze Schuljahr.

Auch Spezialprojekte waren bei ihr in den besten Händen: Vor fünf Jahren hat sie bei hundert aufgehört zu zählen, wie viele Kindergeburtstage im Theater sie ausgerichtet hat und seit Heiratswillige im schönen Ambiente des Kuppelfoyers den Bund fürs Leben schließen können, war sie die Ansprechpartnerin vonseiten des Theaters. Auf Bitten der Lehrerkollegen gab es auch hin und wieder mal einen "Benimmkurs" für den Theaterbesuch. Gemeinsam mit den Museumspädagogen im Dieselkraftwerk und von der Stiftung Branitz entwarf sie fächerübergreifende Projekte wie den ‚Spaziergang der Sinne'.

Wenn sich Elke Dreko dieser Tage in den Vorruhestand verabschiedet, sollen ein paar Zahlen noch einmal vom Erfolg der Arbeit der Theaterpädagogen am Staatstheater Cottbus künden:

17 809 Kinder und Jugendliche besuchten in der Spielzeit 2016/2107 Vorstellungen und Konzerte des Staatstheaters. 6145 Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus elf Kitas, 21 Grundschulen, 16 Gymnasien, sieben Oberschulen, zwei Oberstufenzentren, drei Förder- und 13 sonstige Einrichtungen wie Kinderheime, Bildungsträger und Vereine nutzten die theaterpädagogischen Angebote. Das Theater war mit drei mobilen Produktionen -‚Grimms Kram', ‚Heimat-Battle' und ‚Aschenputtel' - unterwegs.

Hinter diesen spröden Zahlen verbirgt sich ein angefülltes, reiches Theaterpädagoginnen-Leben. Von dieser ansteckenden Leidenschaft wird künftig unter anderem der Kulturverein Bücherei Sandow profitieren, für den sich Elke Dreko künftig einsetzt."