ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 16:39 Uhr

Zoll
Deutschlands Biokraftstoffquote wird in Cottbus berechnet

Mitarbeiter des Zolls bearbeiten in Cottbus alle Anmeldungen zur Biokraftstoffquote in Deutschland.
Mitarbeiter des Zolls bearbeiten in Cottbus alle Anmeldungen zur Biokraftstoffquote in Deutschland. FOTO: Hauptzollamt Frankfurt (Oder)
Cottbus. Im Zug der Debatte um den Strukturwandel in der Lausitz wird immer wieder der Ruf nach Bundesbehörden laut. Dabei gibt es schon manche in der Stadt. Der Zoll etwa hat 160 Beschäftige in Cottbus – die teilweise für ganz Deutschland arbeiten. Von Bodo Baumert

Dass es Zollbeamte in Cottbus gibt, wird die wenigsten überraschen. Schließlich begegnet man ihnen gelegentlich auf der Autobahn in Richtung Grenze. Dass es allerdings noch wesentlich mehr Zoll-Beschäftigte in der Stadt gibt, ist den wenigsten bekannt. So wird beispielsweise die Biokraftstoffquote für ganz Deutschland in Cottbus bearbeitet, Schwarzarbeit bekämpft oder der Mindestlohn kontrolliert. Auf insgesamt vier Standorte verteilen sich die 160 Mitarbeiter des Zolls, keiner davon fällt im Stadtbild groß auf.

Spreegalerie: In den Büroräumen oberhalb der Einkaufsmeile sitzen zwei Abteilungen des Zolls versteckt. Dort wird die Treibhausgasquote für ganz Deutschland überwacht. Hinter dem hochtrabenden Namen verstecken sich die Biokraftstoffe, die per Gesetz seit 2007 in Deutschland beigemischt werden müssen. Unternehmen müssen dies dem Staat nachweisen. Berechnung und Kontrolle der Biokraftstoffquote erfolgt dann von Cottbus aus.

Gleich nebenan sitzt die Abteilung für die Agrardieselvergütung. Auch das ist ein Schreibtischjob, bei dem es um die Steuerentlastungen für Land- und Forstwirte geht.

Alvensleben-Kaserne: Versteckt hinter den Probenzentrum des Staatstheaters im Innenhof der Kaserne sitzen zwei weitere Abteilungen des Zolls. Sie gehören wie alle anderen zum Hauptzollamt in Frankfurt (Oder) agieren aber selbstständig von Cottbus aus. Das Sachgebiet E, die sogenannte Finanzkontrolle Schwarzarbeit, ist für die Bekämpfung der Schwarzarbeit und die Einhaltung des Mindestlohns zuständig. Es sind die Mitarbeiter, die man gelegentlich mit ihren grün-weißen Dienstwagen vor Baustellen oder Betrieben antrifft. Anfang Juli etwa gab es eine Großkontrolle bei Reinigungsbetrieben in der Lausitz. Zuständig sind die Cottbuser Ermittler für den gesamten Süden Brandenburgs.

Im Nachbargebäude sitzt die Kontrolleinheit Verkehrswege. Sie ist für das klassiche Zollgeschäft zuständig. Zwar sind innerhalb der EU 1993 die Zollkontrollen weggefallen. Stichprobenartig dürfen die Beamten aber weiter kontrollieren, etwa ob Drogen, Waffen oder radioaktives Material nach Deutschland eingeschmuggelt wird. Auch die Einhaltung von Vorschriften für Abfälle, Geldwäsche oder Artenschutz stehen bei den Kontrolleuren auf der Agenda.

Drachhausener Straße: Die meisten Arbeitsplätze gibt es nach wie vor am Standort des früheren Hauptzollamtes Cottbus im Norden der Stadt. Nach der Umstrukturierung des Zolls habe man bewusst darauf verzichtet, alle Stellen in der neuen Zentrale in Frankfurt  (Oder) zusammen zu ziehen, sagt Sprecherin Astrid Pinz. So wurde in Cottbus die Abteilung zur Festsetzung der Kraftfahrzeugsteuern etabliert. Sie sorgt für einen wichtigen Einnahmeposten des Staates. Allein im Bereich des Hauptzollamtes Frankfurt (Oder) von der Uckermark im Norden bis Spree-Neiße und Elbe-Elster im Süden werden 5,9 Millionen Fahrzeuge im Osten Deutschlands verwaltet. Im vergangenen Jahr wurden so 8,2 Millionen Euro an Kraftfahrzeugsteuern in Brandenburg erhoben.

Zusätzlich ist ein Teil der allgemeinen Verwaltung des Hauptzollamtes im Cottbuser Norden angesiedelt.