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Sturmtief Grischa am Wochenende
Erste Veranstaltungen in Brandenburg wegen Sturmwarnung abgesagt

Diese alte Eiche hat es beim jüngsten Sturm „Xavier“ übel erwischt. Drohen am Sonntag weitere Schäden?
Diese alte Eiche hat es beim jüngsten Sturm „Xavier“ übel erwischt. Drohen am Sonntag weitere Schäden? FOTO: Jenny Theiler / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Offenbach/Cottbus/Potsdam. Kaum drei Wochen ist es her, dass Sturmtief „Xavier“ über Deutschlands Nordosten fegte. Sieben Menschen kamen ums Leben. Nun soll Sturmtief „Grischa“ am Wochenende Orkanböen mit sich bringen und auch die Lausitz treffen. Schon jetzt warnen Wetterdienste eindringlich davor. Auch Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) mahnt zur Vorsicht. Vor allem am Sonntag drohe laut Deutschem Wetterdienst (DWD) „Krawallwetter“. Der Verein Pro Dahme/Mark e.V. hat deshalb jetzt reagiert und den für Sonntag geplanten Töpfermarkt abgesagt.

„Die durch den Sturm Xavier verursachten Schäden, sind noch nicht vollständig beseitigt. Deshalb sind die Straßenmeistereien nach wie vor im Dauereinsatz. Mehr als 3000 Bäume entlang der Straßen sind umgestürzt. Viele Bäume die noch stehen, sind geschädigt. Bei starkem Wind besteht die Gefahr, dass weitere Äste auf die Straßen fallen. Deshalb sollten alle die zu Fuß, mit dem Rad oder mit Auto unterwegs sind, besonders aufmerksam sein“, lautet der Appell am Freitag von Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Straßen- und Autobahnmeistereien seien nach wie vor, auch mit Unterstützung von Fremdfirmen, unterwegs, um alle Schäden zu erfassen und zu beseitigen. Der Landesbetrieb Straßenwesen ist zuständig für ca. 430000 Straßenbäume sowie rund 100000 weitere Bäume, dazu gehören etwa Baumgruppen an Waldrändern oder auf Rastanlagen.

„Wer am Sonntag einen Ausflug in die Natur geplant hat, sollte diesen im wahrsten Sinne des Wortes besser ins Wasser fallen lassen“, warnt auch der Meteorologe Simon Trippler vom DWD. Nachdem bereits von Freitagnachmittag an in der Mitte und im Süden Deutschlands mit schauerartigen Regenfällen zu rechnen ist, startet das Wochenende nach DWD-Angaben nass und teilweise gewittrig. Am Sonntag sind fast überall Sturmböen zu erwarten. An der See und in den Bergen hingegen können die Böen auch Orkanstärke erreichen.

Dahmer Töpfermarkt abgesagt

Für die Lausitz sagt das Wetterteam um Jörg Kachelmann am frühen Sonntag bis in den Nachmittag Sturmböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 Stundenkilometern voraus und „es muss mit Schäden und Beeinträchtigungen im Straßen- und Schienenverkehr gerechnet werden. Glücklicherweise trifft es das Land an einem Sonntag, wenn nicht so viele Menschen unterwegs sind. Auf den Waldspaziergang mit dem Hund sollte unbedingt verzichtet werden. Zudem besteht die Gefahr einer Sturmflut“, heißt es auf wetterkanal.kachelmann.com.

Aufgrund der Unwetterwarnungen hat sich der Verein Pro Dahme entschieden den für Sonntag geplanten Töpfermarkt abzusagen. „Es tut uns leid, aber wir können das Risiko nicht eingehen“, informiert Rosemarie Fritzsch vom Verein Pro Dahme/Mark e.V. Ob es einen Ersatztermin geben soll, steht noch nicht fest.

In Sachsen soll es im Harz und im Erzgebirge oberhalb von 600 bis 800 Metern nicht nur stürmisch werden, sondern sogar schneien. Dort wäre es laut DWD der erste Schneefall im Herbst diesen Jahres.

Warnung der Berliner Senatsverwaltung

Auch die Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz hat eine Warnung ausgegeben: „Die Folgen von Sturm „Xavier“ in den Berliner Wäldern sind noch nicht vollständig beseitigt. Für das Wochenende wird erneut sehr starker Wind vorhergesagt. Lose Äste, die sich noch in den Baumkronen befinden, drohen herunter zu fallen. Bäume, deren Wurzeln durch ‚Xavier’ teilweise aus dem Erdreich herausgelöst wurden, können durch starke Windböen zu Fall gebracht werden.“ Deshalb sollten Passanten am Wochenende den Wald nicht betreten. Auch in den Berliner Park- und Grünanlagen könnten die vorhergesagten hohen Windgeschwindigkeiten zu Gefahren für die Besucherinnen und Besucher führen, sodass von einem Betreten ebenfalls abgeraten wird.

Unfreundlich sind auch die zu erwartenden Temperaturen. Das Thermometer steigt laut DWD bestenfalls auf Höchstwerte zwischen 8 und 12 Grad. Eine Besserung ist auch zum Wochenbeginn nicht in Sicht, im Gegenteil: Nachts kann es lokal zu Frost oder Bodenfrost kommen. Auch tagsüber werden erste Schneeflocken in höheren Lagen nicht ausgeschlossen.

(dpa/pm/lsc)