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"Der spendierte Platz" bringt Flüchtlingskinder ins Theater

Cottbus. Sie saßen am gestrigen Donnerstag zwischen Schülern aus Golßen, Weißwasser und Cottbus im Großen Saal des Staatstheaters und erlebten mit ihnen gemeinsam das Konzert "Karneval der Tiere": 53 Flüchtlingskinder mit ihren Eltern aus Syrien, Tschetschenien, Serbien und Albanien, die im Cottbuser Flüchtlingsheim ein Zuhause auf Zeit gefunden haben. Ein Theaterbesuch in Cottbus war für Kinder wie Eltern bisher nicht drin. Ulrike Elsner

Auch nicht für den 13-jährigen Martin aus Serbien und seine Familie, die bereits länger als ein Jahr in Cottbus lebt. In Serbien sei es für sie normal gewesen, ins Theater zu gehen, sagte Martins Vater der RUNDSCHAU. "Das war schön", so das Fazit der Familie nach der Vorstellung.

Möglich gemacht haben das Theatererlebnis für Flüchtlingskinder die Spenden, die in der Aktion "Der spendierte Platz" bei einem Benefizkonzert im Februar in der Kammerbühne gesammelt worden waren. Künstler und Mitarbeiter des Staatstheaters hatten außerhalb ihrer Dienste die Veranstaltung "Künstler für ein weltoffenes Cottbus" organisiert und mit Musik, einer Lesung und einem Gespräch auf die Flüchtlingsproblematik aufmerksam gemacht.

Die Leiterin des Cottbuser Flüchtlingsheims, Marion Twarz, berichtete über die Situation der Flüchtlinge in Cottbus. Sie informierte darüber, dass im Heim in der Hegel-Straße 89 Sachspenden jederzeit abgegeben werden können. Gefragt sind Haushaltsgegenstände und Schulutensilien aller Art, insbesondere Rucksäcke und Mappen für die Kinder.

Das Theaterpublikum hatte im Anschluss an den Benefizabend 575 Euro gespendet. Ein Großteil des Geldes wurde für den Kauf von Eintrittskarten für den "Karneval der Tiere" verwendet. Ein weiteres Theatererlebnis für die Kinder des Flüchtlingsheimes ist vor Weihnachten geplant.

Seit 2008 ruft das Staatstheater seine Mitarbeiter und alle Bürger dazu auf, über "Der spendierte Platz" Kindern aus sozial benachteiligten Familien in der Weihnachtszeit eine besondere Freude zu bereiten.

Vor dem gestrigen Konzert konnte Bernd Seidel, Leiter Marketing und Öffentlichkeitsarbeit des Staatstheaters, eine weitere Spende entgegennehmen. Benjamin Andriske, gemeinsam mit Gilbert Gulben für sein Engagement zur Öffnung des Spremberger Turm zum Cottbuser des Jahres gewählt, überreichte einen Scheck über 500 Euro, die Hälfte des Preisgeldes.