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Der Schülertraum vom Auslandsjahr

Anne-Katrin Neu will ihren Traum verwirklichen.
Anne-Katrin Neu will ihren Traum verwirklichen. FOTO: hil
Cottbus. Für Gymnasiasten ist ein Auslandsjahr während der Oberstufe inzwischen fast schon Standard geworden. Reisen nach Amerika, Australien oder Neuseeland sind auch für Cottbuser Schüler längst keine Seltenheit mehr. Andrea Hilscher

Doch was, wenn sich der Schülertraum nicht finanzieren lässt? Dann sind clevere Ideen gefragt.

Anne-Katrin Neu (17) besucht die 12. Klasse der Theodor-Fontane-Schule und hofft, sich ihren USA-Traum trotz aller Widrigkeiten verwirklichen zu können. "Ich möchte unbedingt im nächsten Schuljahr ins Ausland", sagt die junge Cottbuserin. Sprachen sind ihre große Leidenschaft, die sie später auch zu ihrem Beruf machen will. Sie hat bilingualen Unterricht in englischer Sprache besucht, hat vier Jahre lang Russisch gelernt und jetzt noch Französisch angefangen. Zwei Sprachreisen nach England haben ihr geholfen, sich im Ausland zurechtzufinden und in einer fremden Sprache heimisch zu werden. "Jetzt will ich das vertiefen. High-School-Spirit erleben, in einer Gastfamilie Alltag kennenlernen und natürlich perfekt in Englisch werden." Das Problem: Ihre Eltern verdienen zu wenig, um das Auslandsjahr aus eigener Tasche bezahlen zu können.

"Ich arbeite schon seit einem Jahr in einem Fitnessstudio, um mir Geld für die Reise zurückzulegen, habe mich außerdem um mehrere Voll- und Teilstipendien beworben", erzählt die Schülerin. Auch Bewerbungsverfahren bei mehreren Anbietern von Auslandsaufenthalten hat sie erfolgreich durchlaufen - "schon allein das ist eine tolle Erfahrung."

Jetzt macht sich die Schülerin auf die Suche nach Sponsoren. "Ich will aus den USA regelmäßig über meine Erfahrungen schreiben, einen eigenen Blog starten." Cottbuser Firmen können diesen Blog nutzen, um dort für sich Werbung zu machen. Im Gegenzug könnten sie Anne-Katrin Neu einen Zuschuss für die Reisekasse spendieren. "Ich will jetzt alle möglichen Unternehmer ansprechen, gezielt auf Reisebüros zugehen", sagt die junge Frau selbstbewusst. Sie schätzt, dass sie etwa 4000 bis 5000 Euro aufbringen muss, um endlich ihr Ticket in die USA lösen zu können. Und falls sie es nicht schafft? "Dann habe ich schon bei dem Versuch etwas fürs Leben gelernt." Ihren Traum wird sie jedenfalls nicht aus den Augen verlieren. "Für die High School wäre ich nach dem Abitur zwar schon zu alt, aber ein Freiwilligenjahr als Tierschützer in Amerika oder Australien wäre eine gute Alternative."