Der 52jährige Rupprecht wollte das Wasserfahrgerät allerdings nicht als Geschenk verstehen. "Das ist ein Dank für die fleißige Arbeit der Trainer und der jungen Sportler in dieser Abteilung", betonte der Ressortchef. Er verhehlte nicht seine Liebe zum Kanusport, denn auch im führenden Potsdamer Stützpunkt gab sich jüngst der sportfreudige Minister mit einer Unterstützungshilfe ein Stelldichein. "Kanusportler sind dufte Leute", erklärte der Minister.
Der Rennboot-Einer mit einem Wert von über 2 000 Euro kam erst vor wenigen Tagen aus einer portugiesischen Spezialfirma in Cottbus an. Wer wird den Rennkahn künftig fahren? Abteilungsleiter Jürgen Peter: „Das Boot wird für verschiedene Sportler eingesetzt.“
Mit Sicherheit klettert in der neuen Saison auch Olivia Kasche in den grazilen Einer. Sie gehört mit zur erfolgreichen Cottbuser Rennkanutencrew, denn der Verein rangiert im Land des Roten Adlers immerhin hinter dem Potsdamer Zentrum an zweiter Stelle. Olivia Kasche ist amtierende deutsche Meisterin im Marathon der weiblichen Jugend K 1 über 16 km. Sie steht auch auf dem Sprung in die bundesdeutsche Nachwuchsauswahl. Neben ihr gab es am Ehrungsabend noch einige Rennsportler mit hervorragenden Meriten. Franziska Krampitz, Debora Niche, Sebastian Kornisch oder der Peitzer Markus Hauk standen unter anderem in der Erfolgsliste. Die Schmieder dieser jungen Talente saßen im Hintergrund: die beiden Übungsleiter Peter Kulke und Peter Schenker.
Vertreter des Bundesligateams im Kanupolo fehlten nicht, als die eifrigen Kanutouristen ihr Lob entgegennahmen. Den größten Erinnerungspokal an den Jahressieg der Abteilung erhielt für gepaddelte über 1800 Kilometer Bernd Sturtz. Sein Vater Siegfried als erfahrener Wassertourist weist seit 1990 schon etwa 15 000 im Boot zurückgelegte Kilometer nach. Noch jung ist die Disziplin Drachenboot. Aber Leiterin Karin Brauer versprach. "Wir machen in der Saison 2006 richtig los".
Versprochen hat auch Abteilungsleiter Jürgen Peter im Juli 2006 zur 850-Jahrfeier eine Wassersportwoche. Cottbus wird das Drachenbootrennen wieder am Bootshaus erleben, im alten Strombad kreuzen die Kanupolisten ihre Paddel bei einem Bundesligaturnier und jeder kann hinter die Wasserkulissen des interessanten Vereins schauen. Mit Hendrik Reichmann hat der RAW-Verein auch einen sportlichen Denker in seinen Reihen. Er gehört mit zu den besten Schachspielern des Landes.
Was den sportfreudigen Minister betraf: Holger Rupprecht kam mit Ministerpräsident Matthias Platzeck gestern erneut nach Cottbus. Von der VIP-Loge aus verfolgte das Politikerduo den Zweitligaschlager Energie gegen Greuther Fürth mit Daumendrücken für die brandenburgische Spitzenelf, die es leider nicht auf den Tippzettel der Landesumfrage nach den besten Sportlern 2005 gebracht hat.