ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:45 Uhr

Engagement
Von Stolpersteinen bis Hospizhilfen

Gerd Vogel ist der aktuelle Präsident des Rotary Clubs in Cottbus, Dylana-Chiana Stein ist Präsidentin der Jugendorganisation Rotaract.
Gerd Vogel ist der aktuelle Präsident des Rotary Clubs in Cottbus, Dylana-Chiana Stein ist Präsidentin der Jugendorganisation Rotaract. FOTO: Fotoatelier Goethe
Cottbus. Der Rotary Club Cottbus feiert sein 25-jähriges Bestehen.

In den 25 Jahren seines Bestehens hat der Rotary Club Cottbus mehr als 235 000 Euro für zahlreiche soziale Projekte aufgebracht. Die RUNDSCHAU sprach mit dem Präsidenten Gerd Vogel über Motivation und Ziele.

Herr Vogel, das ist eine enorme Summe. Wie wurde sie eingesammelt?

Ich denke auch, dass wir auf diese Summe sehr stolz sein können. Gestemmt wurde sie aus der Wirtschaftskraft der Mitglieder. Unter den Rotariern sind viele Führungspersönlichkeiten aus unterschiedlichsten Berufsgruppen, die sich derselben Berufsethik verpflichtet fühlen und Geld, das sie erwirtschaftet haben, nun an die Gesellschaft durch zielgerichtete Unterstützung zurückgeben wollen.

Welche Ziele verfolgen die Rotarier?

Zu unseren Hauptaufgaben gehört der Dienst am Nächsten. Wir wollen denen zur Seite stehen, die sich nicht mehr aus eigener Kraft selbst helfen können. Wir sind eine Gemeinschaft mit humanitären und ethischen Grundsätzen und unterstützen hilfsbedürftige und kranke Menschen sowie Kinder und Jugendliche. Mit unseren Projekten wollen wir die allgemeine Bildung, die weltweite Völkerverständigung und den Friedensgedanken fördern.

Wie sieht das in der Praxis aus?

Der Rotary Club hat in der Vergangenheit ganz unterschiedliche Projekte unterstützt – von Brennöfen für Mexiko über Hospizhilfen, Baumpflanzaktionen, die Stolpersteine in Cottbus oder verschiedene Tafel-Projekte. Auch die Integration liegt uns am Herzen, ein nicht unkritisches Thema in Cottbus. Wir unterstützen Sprechcafès und Leseinitiativen, in denen sich Menschen mit Migrationshintergrund treffen, dabei das Erlernen der deutschen Sprache gemeinsam üben und auch über ihre Sorgen und Probleme sprechen können. Der internationale Jugendaustausch wird von uns aktiv begleitet, aktuell ist eine Austauschschülerin aus Mexiko bei uns in Cottbus und wohnt für ein Jahr in der Familie eines Cottbuser Rotariers.

Was unterscheidet die Rotarier von anderen Clubs?

Im Unterschied zu anderen Service-Clubs reduzieren wir unsere Aktivitäten nicht nur ausschließlich auf karitative Spendensammlungen, sondern fühlen uns auch durch gemeinsame Werte verbunden, die sich durch offenes und ehrliches Agieren im Beruf wie im täglichen Leben zeigen. Gleichfalls  nimmt die Pflege und Förderung der Freundschaft unter den Rotariern einen hohen Stellenwert ein.

Wie wird man Clubmitglied?

Man kann in einen Rotary Club nicht einfach eintreten, wie in einen Verein. Die Mitglieder werden mit großer Sorgfalt ausgewählt. Auch ich selbst wurde vor 20 Jahren von einem Alt-Rotarier angesprochen und habe ein Auswahlverfahren durchlaufen, bevor ich Rotarier wurde.

Jetzt sind Sie Präsident für eine Amtszeit von einem Jahr. Was haben Sie sich vorgenommen?

Das Amt des Präsidenten rotiert, damit es immer wieder neue Impulse gibt. Ich möchte während meiner Amtszeit die mittelständischen Unternehmen, die das Rückgrat unserer regionalen Wirtschaft sind, verstärkt in den Fokus rücken. Angedacht sind unterschiedliche Formate, um Informationen und neue Kontaktmöglichkeiten zu geben, um damit schließlich auch neue Verbindungen knüpfen zu können.

Mit Gerd Vogel sprach Silke Halpick