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| 19:33 Uhr

Kolkwitz
Der Rekordhalter dankt ab

Wein aus dem Antrittsjahr 1990 gab’s für Fritz Handrow (re.) von Ingo Senftleben, Chef der CDU-Landtagsfraktion.
Wein aus dem Antrittsjahr 1990 gab’s für Fritz Handrow (re.) von Ingo Senftleben, Chef der CDU-Landtagsfraktion. FOTO: Daniel Schauff / LR
Kolkwitz. Nach 28 Jahren auf dem Kolkwitzer Bürgermeisterstuhl verabschiedet sich Fritz Handrow (CDU) in den Ruhestand. Kein Stadtchef im Land regierte länger.

„Sie sind eine Institution“, sagte Innen-Staatssekretärin Katrin Lange (SPD) und übertrieb damit nicht. Fast 28 Jahre war Fritz Handrow (CDU) Chef in der Kolkwitzer Verwaltung, hat aus der Gemeinde eine Großgemeinde gemacht, hat die „Zeichen der Zeit“ erkannt, wie Katrin Lange es beschreibt, bevor sie Handrow ein edles Tröpfchen überreicht. Den werde man gemeinsam trinken, sagte der Noch-Bürgermeister, „um den Parteifrieden wiederherzustellen“.

Rappelvoll war das Kolkwitz Center, als sich Handrow in einer ausgiebigen Veranstaltung von seinen Mitstreitern und Weggefährten verabschiedete. Ein paar Tage bleiben ihm noch – erst Ende Februar ist endgültig Schluss. 66 Jahre ist Handrow mittlerweile alt. „Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an“, erinnert Katrin Lange an ein Lied von Udo Jürgens. Rosige Aussichten also für den künftigen Ex-Stadtchef.

Nicht nur die Aussichten sind rosig, auch das Erreichte, wie Handrow selbst zugeben muss. Das Kolkwitz Center etwa, gebaut für acht Millionen D-Mark und ganz ohne Fördermittel, die Jugendräume in allen 17 Ortsteilen der Großgemeinde, die private Wirtschaftsförderung, die die Kolkwitzer Industriegebiete hat florieren lassen – die Liste der Projekte, auf die Handrow zurückblicken wird, ist lang. Aber auch Rückschläge habe es gegeben: Die Schließung der Klinik, die Schließung der Schule – schmerzhafte Erfahrungen, wie der Verwaltungschef zugeben musste.

In den letzten acht Jahren, sagte Handrow, sei es immer schwieriger geworden, Bürgermeister zu sein. Die kommunale Selbstverwaltung sei immer weiter reduziert worden, Vorschriften, Verordnungen habe das eigenständige Handeln für die Kommunen immer mühseliger gemacht. Mehr Selbstverwaltung, sagt er, das wünsche er sich für die Zukunft und für Kolkwitz – neben der Gesundheit für die Familie, wie Handrow betonte.

Im März übernimmt Gemeindevertrter Karsten Schreiber (SPD) den Bürgermeisterposten in der Großgemeinde Kolkwitz.