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| 02:33 Uhr

Der kleiner aber lebensrettende Unterschied

Der Drebkauer Pilzexperte Lutz Helbig hat mit seiner Enkelin Johanna Lerch in der Drebkauer Umgebung Frühjahrspilze gefunden: die giftige hier schon dunkelbraune Lorchel und die essbaren Käppchen- und Spitzmorcheln.
Der Drebkauer Pilzexperte Lutz Helbig hat mit seiner Enkelin Johanna Lerch in der Drebkauer Umgebung Frühjahrspilze gefunden: die giftige hier schon dunkelbraune Lorchel und die essbaren Käppchen- und Spitzmorcheln. FOTO: Hirche/jul1
Drebkau. Die ersten Pilze wachsen und sind willkommene Beigabe für ein leckeres Frühlingssüppchen. "Schon seit einigen Tagen kann man wieder Morcheln und Lorcheln entdecken. Dabei muss man die Unterschiede zwischen den beiden Pilzarten gut kennen, denn Lorcheln sind giftig, Morcheln essbar", sagt der Drebkauer Pilzsachverständige Lutz Helbig. Marion Hirche / jul1

Helbig hat diese Woche mit seiner Enkelin Johanna Lerch die ersten Käppchen- und Spitzmorcheln für den Küchengebrauch gesammelt. "Mit dem jetzt noch wild wachsenden kräftigen Schnittlauch und anderen Kräutern wird mit der Käppchenmorchel eine leckere Mahlzeit. Die Spitzmorchel werde ich trocknen", erklärt der Drebkauer.

Um Verwechslungen zu vermeiden, sollten Sammler die Unterschiede kennen: Die stark giftige Lorchel wird als älterer Pilz dunkelbraun, hat also nur im frischen Stadium die gleiche hellbraune Kappe wie die essbare Morchel. Die Kappe der Lorchel sieht hirnartig aus, die der Morcheln ist wabenartig. Sollte man dennoch unsicher sein, kann man sich auch am Fundort orientieren: "Die giftige Lorchel steht unter Kiefern, auf alten Brandstellen. Die Morchel mag fette Böden, steht unter Laubgehölzen", weiß schon die achtjährige Enkelin von Lutz Helbig.

Lutz Helbig warnt nicht nur vor Verwechslungen bei diesen Frühjahrspilzen, sondern auch vor dem Grünling. Der im alten Jahrtausend noch als leckerer Speisepilz geltende Grünling ist heute von der Speisepilzliste gestrichen. Grund dafür sind Erkrankungen bis hin zu Todesfällen nach dem Genuss dieser Wiesenbewohner. In Frankreich gab es in den vergangenen Jahren drei Todesfälle nach Grünlingsmahlzeiten. Auch ein Brandenburger hat Probleme durch Grünlingsgenuss 2013 gehabt: "Ein Südbrandenburger zeigte Vergiftungserscheinungen nach dem mehrmaligen Essen von Grünlingen. Er musste sich mit Muskelschmerzen in ärztliche Behandlung begeben. Es ist heute bekannt, dass das Pilzgift für eine schleichende Muskelzersetzung sorgt" warnt der Mykologe.

Wer sich beraten lassen möchte, findet den Pilzberater in seiner Nähe unter www.blp-ev.de .