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Der Jahresrückblick der Cottbuser Bürgervereine

Cottbus. Traditionell hat die LAUSITZER RUNDSCHAU die Cottbuser Bürgervereine nach ihrer Jahresbilanz befragt. Sie zeigt, dass sich viel bewegt hat in den einzelnen Stadtteilen. Peggy Kompalla

Trotzdem gab es auch einigen Ärger und so mancher Kompromiss wurde gefunden.

Aus den Antworten aus den Bürgervereinen ist ebenfalls abzulesen, dass die Entwicklungen und Erwartungen in den einzelnen Stadtteilen höchst unterschiedlich verlaufen. Während es im Bereich Stadtmitte oder in der Spremberger Vorstadt kaum Grund zur Klage gibt, wachsen etwa in Schmellwitz und Sachsendorf die Befürchtungen, von der grundsätzlich positiven Entwicklung in der Stadt abgekoppelt zu werden.

Im vergangenen Jahr erlebte die Spremberger Vorstadt die stärksten Veränderungen - dafür sorgen die Bauarbeiten am Klinikum und am Bahnhof. Sie werden sich auch in den kommenden Jahren fortsetzen.

Wartezustand im Stadtteil führt zum Verfall der Infrastruktur (Bürgerverein Schmellwitz)

Top: Auf lange Sicht ist eine Sanierung des Grabensystems in Schmellwitz und Saspow geplant. Die ersten Schnellmaßnahmen sind bereits im Laufe des Jahres angelaufen. Beispielsweise wurden viele Rohrungen und Durchgänge des Fließes bereits entschlammt.

Flop: Viele Jahre ist baulich nichts mehr in Neu-Schmellwitz passiert. Dieser Wartezustand führt allerdings auf Dauer zum Verfall der Infrastruktur. Das ärgert unsere Bewohner. Ganze Wege wachsen teilweise zu oder senken sich gefährlich ab. Die meisten Rückbauflächen werden nur einmal im Jahr gemäht, verwildern immer mehr und verursachen dadurch auch oft Probleme mit Ambrosia-pflanzen. In Alt-Schmellwitz haben wir es dieses Jahr leider nicht geschafft, den Erfolg des Herbstfestes aus dem letzten Jahr zu wiederholen. Hier fehlten schlichtweg Ressourcen. Allerdings wird es auch in Alt-Schmellwitz Zeit, in die Infrastruktur zu investieren, denn wie schon in den vergangenen Jahren angemerkt, wird die Schmellwitzer Straße nicht besser.

Viel Bautätigkeit zwischen Klinikum und Bahnhof (Bürgerverein Spremberger Vorstadt)

Tops: In der Spremberger Vorstadt hat es 2016 jede Menge Bautätigkeit gegeben, die wir als Bürgerverein positiv bewerten. Dazu gehört die teilweise Sanierung der Thiemstraße und der Baubeginn am Verkehrsknoten Bahnhof. Außerdem ist ein neuer Eingangsbereich am Carl-Thiem-Klinikum gestaltet worden und mit dem Bau des Parkhauses wurde begonnen. Die Gebäudewirtschaft hat den Fontaneplatz umgestaltet und einen interessanten Spielplatz geschaffen. Auch der Abriss des Thiemcenters an der Ecke zur Welzower Straße ist positiv zu bewerten, weil dort ein neuer Aldi-Markt mit völlig neuem Konzept entsteht.

Flops: Seit Jahren ärgern wir uns über den größten Schandfleck im Stadtteil. Aber bei der Ruine des Café Süd gibt es leider bislang keine Lösung. Auch der Abriss des baufälligen Lönsstegs gehört zu Flops des Jahres, da es für die Brücke keinen Ersatz gibt. Das Hochhaus an der Leipziger Straße wurde zwar entkernt, aber auf der Baustelle tut sich seither nichts Neues. So bleibt das Gebäude bislang leider eine Brache. Wirklich unbefriedigend ist die Parkplatzsituation im Stadtteil insbesondere im Bereich von Thiem-, Leipziger, Senftenberger und Räschener Straße. Hier haben die Anwohner die meisten Probleme.

Im November 2016 fand ein Wechsel an der Spitze des Bürgervereins Spremberger Vorstadt statt. Doris Münch übernahm den Vorsitz von Theodor Güldenpfennig, der dem Verein seit dem Jahr 1999 vorstand.

Viele Ehrenamtliche haben wieder Großes geleistet (Bürgerverein Sandow)

Top/Flop: Leider sind im Jahr 2016 wieder nicht alle Träume wahr geworden. Die Mentana ist nun kein Gebäude mehr, eine Augenweide ist die Fläche für den Anwohner dennoch nicht.

Manch einer hat die Garage verloren und dennoch keinen neuen Stellplatz gefunden. Das Badefest wurde auf einer entgrünten Fläche gefeiert, die Vorbereitungen für die Erneuerung der Sanzebergbrücke sind dennoch nicht zu erkennen. Gehwegsanierungen hat es gegeben. Aber der Sandower hat das Gefühl, dass das manchmal an der falschen Stelle passierte und nicht da, wo es versprochen war. Der Stadtteilladen - als Kontaktstelle auch für Ältere gedacht - hat noch eine Stufe mehr bekommen. Freiheit für die Barrieren! Viele Sandower haben das Bürgerhaus genutzt und sind zufrieden nach Hause gegangen. Andere fanden gleichzeitig 13-mal einen Grund, die Polizei zu rufen. Es wurde auch saniert und gestaltet. Viele Ehrenamtliche und Fleißige haben den Mut nicht verloren und wieder Großes geleistet. Sei es als Gartengestalter, Sprechcafe-Gesprächspartner, Küchenhelfer oder Bratwurstverteiler.

Wichtige Projekte für den Verkehr in der Innenstadt (Bürgerverein Stadtmitte)

Top: Immens wichtig für den Verkehr in der Innenstadt war die pünktliche Fertigstellung der Bauarbeiten an Straße und Straßenbahnschiene in der Höhe des Rathauses am Neumarkt. Aber auch die Sanierung der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße.

Außerdem freuen wir uns darüber, dass die Stadtverordneten grünes Licht für die Planungen zur Einrichtung einer Behindertentoilette im Bereich des Altmarktes gegeben haben. Ebenfalls zu loben ist, dass Planungen angedacht sind, damit die Berliner Straße am Altmarkt für Rollatoren leichter zu passieren ist. Dabei sollen die großen Abstände in der Pflasterung geschlossen werden.

Flop: Die Stadtmauer am ehemaligen Stadttor muss saniert werden, weil sie einzustürzen droht. Doch an dem Zustand der abgestützten Mauer hat sich bislang nichts getan. Es ist wieder ein Jahr vergangen und wir sehen immer noch diese Brache. Außerdem ärgern die ständigen Schmierereien und vielen Aufkleber in der Innenstadt.

Lösung zum Bolzplatz im Brunschwigpark gefunden (Bürgerverein Ströbitz)

Top: Nachdem mit dem Bürgerverein über den Bolzplatz im Brunschwigpark gesprochen wurde, haben wir eine Lösung gefunden, die zum Vorteil aller Beteiligten sein wird. Top ist auch, dass trotz angespannter Haushaltslage das Ortsteilbudget weiter gezahlt wird.

Top war die Informationspolitik des Ordnungsamtes zur oben genannten toxischen Grundwasserfahne. Top ist weiterhin, dass zukünftig die Besitzer von abflusslosen Sammelgruben finanziell wie die Bürger betrachtet werden, die an das Kanalnetz angeschlossen sind.

Flop: Auf eine Bürgerbeschwerde wird der Bolzplatz im Brunschwigpark ohne Rücksprache mit dem Bürgerverein und anderen Bürgern zurückgebaut. Unangenehm ist, dass durch die sich ausbreitende toxische Grundwasserfahne viele Ströbitzer ihre Brunnen für die Gartenbewässerung nicht mehr benutzen dürfen. Ein Flop scheint zu sein, dass der Ströbitzer Landgraben nicht von der Stadt gepflegt wird und somit seine Funktion als Ableiter von Regenwasser nicht erfüllen kann.

Ein gelungener Blick auf die Geschichte des Stadtteils (Bürgerverein Sachsendorf / Madlow)

Top: Unser Frühjahresputz war an fünf Standorten mit mehr als 120 Teilnehmern sehr erfolgreich. In der Lerchenstraße wurde endlich eine Geschwindigkeitsbremse aufgebracht, damit die Straße für die Fußgänger und Anwohner sicherer wird.

Beim Bürgerfest wurden zum ersten Mal verdienstvolle Ehrenamtliche aus dem Stadtteil öffentlich gewürdigt. Das waren Thomas Reinsch, Manfred Buder und Peter Motz. Die GWC hat die Vorschläge des Bürgervereins zur Gestaltung der Brunnen umgesetzt. Hier kann jetzt nachvollzogen werden, auf welcher Grundlage dieser Stadtteil, der einst rund 40 000 Einwohner hatte, entstanden ist. Der GWC ist hier besonders zu danken.

Flop: Leider gab es nicht die erwünschte und zugesagte finanzielle Unterstützung unseres Bürgerfestes durch die Stadt. Außerdem sollte die Straße zu den Sportstätten der SG Sachsendorf und der Parkplatz einmal unter die Lupe genommen werden, damit dem Sportverein nicht die Besucher ausbleiben. Beides ist Eigentum der Stadt.