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Der dicke Burger wird 100

Der Burger Bismarckturm wird 2017 100 Jahre alt und erstrahlt nach wie vor in imposanter Schönheit.
Der Burger Bismarckturm wird 2017 100 Jahre alt und erstrahlt nach wie vor in imposanter Schönheit. FOTO: Hirche/jul1
Burg. Der Burger Bismarckturm hat seinen Namen vom ersten Deutschen Reichskanzler, ist nach Otto von Bismarck benannt. Er wurde von 1915 bis 1917 erbaut. Marion Hirche / jul1

Die Einweihung fand am 2. September 1917 statt. Damit wird dieses imposante Bauwerk in diesem Jahr 100 Jahre und das soll zünftig gefeiert werden.

Ab 1. April wird der Turm wieder allen Neugierigen offen stehen. Der auf einem 1 Meter hohen quadratischen Sockel steht der 27 Meter hohe Turm. Dieser ist von einer Pfeilerhalle umgeben. Gäste können die 111 Stufen erklimmen und danach einen wunderbaren Blick über das Spreewaldland genießen. Dieser ist besonders schön, denn das Bauwerk steht schon auf einer Anhöhe. Der Berliner Professor Möhring errichtete den dicken Quader auf historischem Grund: auf dem Burger Schlossberg. Funde verraten, dass es hier eine vor- und frühgeschichtliche Siedlungsstätte gab. Die hier einst vorhandene eiszeitliche Burganlage soll nach gegenwärtigen Erkenntnissen die größte Anlage der Lausitz gewesen sein. Das Bauwerk aus Calauer Klinkersteinen ist einer von 236 Bismarcktürmen bundesweit. Von 1950 bis 1990 trug es den Namen Jugendturm. Auch die Nazis nutzten das mächtige Gebilde zu Propagandazwecken. Seit 2015 wird der Bismarckturm angestrahlt, sodass er jetzt auch nachts gut zu sehen ist.

Heute ist der Bismarckturm ein besonderes touristisches Angebot im Kurort Burg. Täglich von 10 bis 18 Uhr wird er geöffnet sein. Am 5. April steigt die erste große Aktion: Die Burger werden dem "Fußbett" des Turmes zu Leibe rücken. Auf dem Plan steht da der Frühjahrsputz der Vertreter der Burger Betriebe, die sich an der Qualitätsoffensive des Ortes beteiligen. Kommen kann ab 10 Uhr mit Harke, Schere und Schaufel bewaffnet jeder. Die Mädchen und Jungen der Gesundheitskita "Spreewaldlutki" werden ihre roten Zipfelmützen aufsetzen und mit ihren kleinen Schubkarren mithelfen, so wie man es in der Sage von den einst hier lebenden Lutkis berichtet. Die Mitglieder des Heimat- und Trachtenvereins werden ihre Arbeitstrachten anziehen und fleißig mittun.

Dann lässt der erste Veranstaltungshöhepunkt gar nicht mehr lange auf sich warten: Zu Pfingsten, vom 3. bis 5. Juni, wird ein neues Kapitel über den Wendenkönig, speziell über seine Krone, vom Sorbischen Nationalensemble erzählt. Die Karten für die Spreewälder Sagennacht gibt es jetzt schon an allen Vorverkaufskassen, z.B. in der Burger Tourismusinformation und bei Lautix unter 0355 / 481555.

Der eigentliche Geburtstag wird im September gefeiert. Am 2. September wird es ein Programm geben, das die Besucher mitnimmt in die ersten Turmjahre, also in die Goldenen Zwanziger. Eine Fotoausstellung ist geplant und Führungen in historischen Kostümen sind angedacht. Natürlich wird es hier auch 2017 wieder die Nacht der Kürbisgeister, am 7.Oktober, geben.