| 01:33 Uhr

Der Cottbuser Stadtverordnete Denis Kettlitz über das Pückler-Stück Utopia

Denis Kettlitz Foto: pr
Denis Kettlitz Foto: pr FOTO: pr
Cottbus. Die Forderung des Cottbuser SPD-Stadtverordneten Denis Kettlitz, wegen des Pückler-Stückes „Utopia“ die Leitung des Cottbuser Staatstheaters in den Kulturausschuss einzuladen, hat heftige Debatten ausgelöst. Gegenüber der RUNDSCHAU erklärt der stellvertretende SPD/Grüne-Fraktionschef seinen Wunsch. Mit Denis Kettlitz sprach Sven Hering

Ihre Forderung, die Theaterspitze in den nächsten Kulturausschuss einzuladen, hat ziemlich viel Wirbel verursacht. Sogar das Grundgesetz mit dem Ausspruch “Kultur ist frei„ wurde von Ihren Kritikern bemüht.
Ich will die Inhalte nicht bewerten, weil ich kein Theaterexperte bin. Deshalb erwarte ich auch nicht den Regisseur Kresnik zum Gespräch mit Stadtverordneten und sachkundigen Bürgern. Mein Thema ist ganz anderer Natur. Wir behandeln in den Ausschüssen aktuell die grundsätzliche Finanzierung von Kunst und Kultur in unserer Stadt. 4,6 Millionen Euro beträgt zum Beispiel der jährliche Anteil der Stadt Cottbus an der Finanzierung der Kulturstiftung. Das Geld muss verantwortungsvoll eingesetzt werden. Als Stadtverordnete haben wir die Pflicht, in Zeiten leerer Kassen - Cottbus hat aktuell über 220 Millionen Euro Schulden und es kommen jährlich rund 50 Millionen Euro dazu - über alle Ausgaben gründlich nachzudenken. In diese Debatte platzte nun die heftige Utopia-Diskussion hinein. Deshalb habe ich vorgeschlagen, den Geschäftsführenden Direktor Herrn Serge Mund und Intendant Martin Schüler in den Ausschuss einzuladen.

Die Kosten der “Utopia„-Inszenierung am Staatstheater sollen ungewöhnlich hoch ausgefallen sein?
Meine Fraktion wird für die nächste Stadtverordnetenversammlung die Anfrage stellen, wieviel die Produktion von Pücklers Utopia tatsächlich gekostet hat. Die Haushaltsdebatte für 2011 stellt uns vor schmerzhafte Entscheidungen. Da geht es bei manchen Projekten um 3000 bis 4000 Euro, die eben nicht mehr da sind. Wie wollen wir den Menschen erklären, dass das Staatstheater in eine andere Liga gehört? Wenn wir zu Lösungen finden wollen, ist es, meine ich, fair, den Intendanten und den Geschäftsführenden Direktor des Theaters in die Gespräche unmittelbar einzubeziehen, um eine gemeinsame Position zu erarbeiten. Mir jedenfalls würde ein sachliches Abwägen auf dieser Ebene sehr helfen, zur bestmöglichen Entscheidung zu kommen.