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| 11:18 Uhr

Der Ausbau der Cottbuser Tram rechnet sich

Noch immer ist nicht klar, wie es mit der Cottbuser Straßenbahn weitergeht.
Noch immer ist nicht klar, wie es mit der Cottbuser Straßenbahn weitergeht. FOTO: Michael Helbig
Video Cottbus. Die Erweiterung des städtischen Straßenbahn-Streckennetzes macht aus betriebswirtschaftlicher Sicht Sinn – wenn das Land Geld gibt. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der Stadt in Auftrag gegebene Studie. Die Verfasser empfehlen unter anderem den Anschluss des Lausitz-Parkes. Von Sven Hering

Danach empfehlen die Experten eines Verkehrsplanungsbüros vor allem den Ausbau des Tram-Netzes in der Spremberger Vorstadt im Bereich des Carl-Thiem-Klinikums. Favorisiert wird dort eine eingleisige Blockumfahrung über die Leipziger und Welzower Straße. 800 neue Fahrgäste könnten dort täglich neu hinzugewonnen werden, haben die Experten berechnet.

Sinnvoll ist laut Machbarkeitsstudie auch, den Lausitz-Park per Straßenbahn zu erschließen. Als Vorzugsvariante gibt das Papier einen Abzweig über die Gelsenkirchener Allee, Lipezker Straße bis zum westlichen Lausitz-Park an. Dort rechnen die Experten täglich sogar mit rund 1000 neuen Straßenbahn-Kunden. Allerdings müsste zugleich ein Rückgang der Fahrgastzahlen im Busverkehr von täglich rund 130 einkalkuliert werden, weil mit einer Streckenerweiterung das Busangebot verringert werden würde.

Für die Brandenburgische Technische Universität rechnet sich hingegen nach aktueller Studie ein eigener Tram-Anschluss nicht. Lediglich 190 neue Fahrgäste je Werktag werden dort prognostiziert. Weil zugleich Busangebote in diesem Gebiet nicht sinnvoll verringert werden könnten, sei mit keinem betriebswirtschaftlich positiven Effekt zu rechnen.

Allerdings ist eine Erweiterung des Straßenbahnnetzes in der Stadt Cottbus nur möglich, wenn sich das Land mit einer Förderung von mindestens 70 Prozent beteiligt. Ohne diese Hilfe würde sich keine der untersuchten Varianten rechnen, so die Verkehrsexperten. Zudem müsse die Stadt in der Lage sein, für die Eigenmittel aufzukommen.Video-Nachrichten zum Artikel bc_widget_single({'token':'Yv5Hi9hkfha42V_EyX-LerBxuXGTwWeLQ1A2Qf6PrK0.', 'width':450, 'postfix':'', 'videoIds':[589129264001], 'dir': 'http://www.lr-online.de/mediacenter/videos/', 'playerIds':[21313753001]});

Noch in diesem Jahr will die Verwaltung das Gespräch mit dem Land über eine finanzielle Unterstützung suchen, sagt die Cottbuser Baubeigeordnete Marietta Tzschoppe (SPD). Ziel sei es, im Oktober/November einen Beschluss in der Stadtverordnetenversammlung zu fassen. Als realistischen Zeitplan von der Antragstellung bis zur Fertigstellung geben die Verkehrsexperten rund vier Jahre an.

Die Cottbuser Initiative ProTram, die die Studie durch eine Unterschriftensammlung mit auf den Weg gebracht hat (siehe zum Thema), ist mit den Ergebnissen zufrieden. “Wir fühlen uns in unserer Arbeit und Argumentation bestätigt„, sagt Vereinssprecher Dieter Schuster.

Zum Thema:
Bürger-ForderungMit der Studie ist die Stadt der Forderung der Initiative ProTram nachgekommen, die per Unterschriftensammlung ein weiterführendes Gutachten zur Verkehrsentwicklung und zu Streckenerweiterungen erreichen wollte. Mehr als 9000 Cottbuser hatten dafür unterschrieben.