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Denkmalpflegepreis geht nach Peitz

Kulturministerin Dr. Martina Münch hat die Auszeichnung überreicht.
Kulturministerin Dr. Martina Münch hat die Auszeichnung überreicht. FOTO: jul1
Brandenburg/Peitz. Es war ein ganz besonderer Moment für die Vertreter der Peitzer Edelfisch Handelsgesellschaft mbH und des Amtes Peitz, als sie Ende vergangener Woche den Brandenburgischen Denkmalpflegepreis in Brandenburg an der Havel in Empfang nehmen konnten. Insgesamt wurden drei Projekte des Landes mit dem Preis gewürdigt. Marion Hirche

Die Peitzer bekamen die hohe Anerkennung für die Erhaltung, Sanierung und Umnutzung des ehemaligen königlichen Eisenhütten- und Hammerwerkes Peitz.

Die Handelsgesellschaft hat seit 2010 die Gebäude des Hüttenwerksgeländes verändert. Der Stabhammer wurde mit einem neuen Dach versehene, das Gebäude gesichert. Das ehemalige Emallierwerkes wurde von saniert und für die Nutzung als Büro- und Verwaltungsgebäude der Peitzer Edelfischerei eingerichtet. Zudem wurden das Wehr und das Turbinenhaus am historischen Hochofenkomplex auf dem Hüttenwerksgelände mit dem Hütten- und Fischereimuseum auf Vordermann gebracht. "Die größte Herausforderung bei diesem Projekt war die Koordinierung zwischen Kommune und Unternehmen", hob Landeskonservator Thomas Drachenberg in seiner Laudatio hervor. Anfangs war es nicht so einfach, die Abgeordneten davon zu überzeugen, in die Sanierung zum Erhalt des historischen Hüttenwerksgeländes mit einzusteigen. Aber beide Seiten haben Wege gefunden und sind jetzt dafür mit dieser Anerkennung gewürdigt worden. Ministerin Dr. Martina Münch überreichte den Peitzer im Paulikloster die Urkunde. Bereits im Vorfeld hatte Münch die Leistungen aller Preisträger gewürdigt: "Von Landes wegen versuchen wir, alles für den Erhalt von Denkmalen zu tun, aber ohne sie würde das nicht gehen."

Weiterhin wurde die Archäologische Gesellschaft in Berlin und Brandenburg für ihr 25-jähriges Engagement für die Bodendenkmalpflege sowie die Kirchengemeinde Rogäsen für die Rettung ihrer Kirche ebenfalls mit dem Denkmalpflegepreis ausgezeichnet.

In ihren Dankesworten nutzten Ramona Oppermann von der Peitzer Edelfischerei und die Peitzer Amtsdirektorin Elvira Hölzner die Chance zur Werbung für Veranstaltungen in Peitz. Zudem sorgte die Fischerin für den frischesten Diskussionsbeitrag: "Als Fischerin bin ich auch Naturschützerin. Dass ich aber auch noch Denkmalpflegerin werde, hatte ich mir nicht vorstellen können. Aber es ist ein gutes Gefühl, ein Denkmal erhalten zu haben, es für die Arbeit nutzen und der Öffentlichkeit trotzdem zeigen zu können. Das ist einfach toll." Dietrich Kunkel vom Förderverein des Peitzer Hüttenwerks meinte: "Das gibt auch Schwung für den Abschluss der Arbeiten am Produktmagazin in diesem Jahr."

Stillstand ist an dem historischen Peitzer Komplex aber nicht angesagt. Seit 2016 entstehen auf der Seite der früheren Beamtenhäuser in Regie des Cottbuser Unternehmers Olaf Schöpe Wohnungen und eine Radfahrerpension, natürlich im Einklang mit dem Denkmalschutz. Einige Wohnungen sind bereits fertiggestellt.