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Demo auf Cottbuser Altmarkt
Demo für ein „Leben ohne Hass“

Die erste von zwei für den Samstag in Cottbus angemeldeten Demonstrationen hat begonnen. Auf dem Altmarkt wurde sie organisiert von der Initiative „Gewaltfrei und Hass in Cottbus leben“ organisiert.
Die erste von zwei für den Samstag in Cottbus angemeldeten Demonstrationen hat begonnen. Auf dem Altmarkt wurde sie organisiert von der Initiative „Gewaltfrei und Hass in Cottbus leben“ organisiert. FOTO: Frank Hilbert
Cottbus. Mit Hunderten Teilnehmern fand auf dem Cottbuser Altmarkt die Demonstration für ein friedliches Zusammenleben mit Flüchtlingen statt. Von Simone Wendler

Auf den Altmarkt als Herzstück der Stadt zieht es gleich zu Beginn geschätzt mehr als 600 Menschen. Im Verlauf werden es nach Schätzungen von Beobachtern einige Hundert mehr, darunter Familien, Flüchtlinge, Rentner, Studenten und Schüler. Unter dem Motto „Leben ohne Hass“ zogen sie durch die Innenstadt. Anlass der Veranstaltung war die für Samstagnachmittag erneut angekündigte Kundgebung des rechtspopulistischen Vereins „Zukunft Heimat“ aus Goßen im Spreewald. Der Verein ist bis ins rechtsextreme Milieu hinein vernetzt und stellt sich gegen die Flüchtlingsaufnahme in Deutschland. Der Verein versucht, den Unmut vieler Cottbuser nach zwei gewalttätigen Zwischenfällen mit jungen syrischen Flüchtlingen in Cottbus für seine Zwecke zu vereinnahmen.

Demonstration auf Cottbuser Altmarkt FOTO: Von Frank Hilbert

Die Demonstration am Vormittag für ein friedliches Zusammenleben in der Stadt war von bunten Luftballons geprägt. Flüchtlinge verteilten Rosen. Die Veranstalter, Flüchtlinge und das Bündnis „Cottbus nazifrei“ hatten gebeten, keine Flaggen von Staaten und Parteien zu zeigen, um den übergreifenden Charakter der Versammlung nicht zu stören.
Unter den Teilnehmern befanden sich Kommunal- und Landespolitiker von SPD, Linken und Grünen, sowie auch der Verwaltungsratschef des FC Energie Cottbus, Matthias Auth. „Wir wollen hier Gesicht zeigen für Vielfalt und Toleranz“, sagte Auth. Keine Toleranz gebe es für den Verein jedoch gegenüber Rechtsextremisten. Da gelte :“Kein Platz für Nazis“. Für ihn, so der Verwaltungsratschef gehe es auch darum, Solidarität zu zeigen mit den Bürgern der Stadt, die friedlich zusammenleben wollten.

Ähnlich äußerte sich auch die Chefin von Bündnis 90/Grüne in Brandenburg, Petra Budke. Sie bedauerte, wie auch der Spremberger Bundestagsabgeordnete der SPD, Ulrich Freese, dass der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) nicht zu der Demonstration gekommen ist. „Es wäre ein wichtiges Zeichen gewesen, wenn er hier gewesen wäre“, so Budke. Nach Auskunft des Sprechers von Kelch, Jan Gloßmann, nehme der Oberbürgermeister am Samstag andere, langfristig vereinbarte Verpflichtungen wahr.

Nach Cottbus waren auch Vertreter von „Buntes Lübbenau“ gekommen, darunter Queenie Nopper. „Wir sind traurig, dass jetzt so ein schlechtes Licht auf Cottbus fällt, das hat die Stadt nicht verdient“, sagte sie. Wenn man friedlich miteinander ins Gespräch kommt, seien Probleme lösbar, sagte sie. Lübbenau war wie auch Lübben Anfang 2016 Veranstaltungsort von „Zukunft Heimat“-Demos.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung dieses Beitrages ist eine andere Teilnehmerzahl genannt worden. Wir haben sie jetzt korrigiert.

Gewaltfrei und ohne Hass in Cottbus leben FOTO: Von Michael Helbig