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| 17:33 Uhr

Politik
Demo als Wahlkampfhilfe für die AfD

Marianne Spring-Räumschüssel (4.v.l.) nutzte die Kundgebung und bat um Stimmen bei der nächsten Kommunalwahl.
Marianne Spring-Räumschüssel (4.v.l.) nutzte die Kundgebung und bat um Stimmen bei der nächsten Kommunalwahl. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Rund 300 Teilnehmer folgen einem Aufruf von „Zukunft Heimat“ zu einem Marsch durch die Innenstadt

Die AfD in Cottbus hat sieben Monate vor der Kommunalwahl ihren Wahlkampf eröffnet: Marianne Spring-Räumschüssel, Fraktionschefin der AfD im Rathaus, nutzt am Sonntag eine Kundgebung des Golßener Vereins „Zukunft Heimat“,um dessen Anhänger als Unterstützer zu gewinnen. Dabei kritisiert sie mehrfach das „System Merkel“ und greift dabei die Worte von Vereinschef Christoph Berndt auf, der dazu auffordert, eben dieses „System“ zu beenden.

Spring-Räumschüssel klagt über „volkskammerähnliche Zustände im Bundestag“ vor dem Einzug der AfD, griff Brandenburgs rot-rote Landesregierung an und forderte die Demo-Teilnehmer mehrfach auf, im kommenden Jahr die AfD zu wählen. Rückendeckung für diesen Schulterschluss mit dem asylkritischen Verein „Zukunft Heimat“ bekommt die Politikerin dabei aus Berlin. Auf RUNDSCHAU-Nachfrage lässt der Bundestagsabgeordnete Frank Pasemann durch seinen Mitarbeiter John Hoewer erklären, dass der Verein für sein „tolles Engagement“ zu loben sei und es keinen Grund für eine Abgrenzung gebe. Einen Abgrenzungsbeschluss gibt es dagegen für Auftritte von AfD-Mitgliedern auf Veranstaltungen von Pegida. Sie sind nur erlaubt,wenn dort keine Parteiabzeichen getragen werden, auf anderen -gida-Ablegern sind sie untersagt. In Cottbus kommt es auf derartige Feinheiten nicht an. Nach Marianne Spring-Räumschüssel spricht Pegida-Mitbegründer Siegfried Däbritz, zuvor stehen Winfried Wenzel (Pro Chemnitz) und ein Feuerwehrmann auf der Bühne, der zu Beginn des Jahres von einem Dienstfahrzeug aus „patriotische Grüße“ an die Demonstranten gerichtet hatte. Er ist sowohl in der AfD als auch bei den Kundgebungen von „Zukunft Heimat“ aktiv.

Zur Veranstaltung auf dem Altmarkt waren Schätzungen zufolge 300 Menschen gekommen. Der Veranstalter sprach von „vielen“. Die Polizei macht zu Teilnehmerzahlen keine Angaben. Wie bei früheren Kundgebungen befanden sich auch am Sonntag unter den Versammelten Rechtsextremisten, Mitglieder der vom Verfassungsschutz beobachteten „Identitären Bewegung“ und Reichsbürger.

(hil)