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David Traugott Kopf

Cottbus.. Der seit 1815 tätige Lehrer an der wendischen Parochialschule in Cottbus (die als Küsterwohnung neben der Klosterkirche seine eigene war) hatte einen wendisch latinisierten Namen: Wowanus, abgeleitet vom niedersorbischen Glowa, der Kopf.


Er war in der Tat der Kopf und das Oberhaupt der sorbischen Bildung im Cottbus zu Anfang des 19. Jahrhunderts. Kopf, geboren am 13.4.1788 in Schwarzkollm, hatte schon als Dorfschullehrer in Kakrow, Papitz und Fehrow ein "Sorbisches Gesangbuch" verfasst und herausgegeben, und 1814 sang die wendische Gemeinde seine ins Sorbische übertragenen deutschen Lieder aus den Befreiungskriegen vom Napoleonischen Joch.
Kopf unterrichtete nach Pestalozzis Methode, forderte einheitlichen Lesestoff und kämpfte um ein Schulhaus in Cottbus, weil immerhin 400 Kinder zu unterrichten waren. Die Stadt stellte ein Grundstück - doch Ostrow, Brunschwig und Sandow konnten sich über ihre Anteile nicht einigen, um den Bau zu finanzieren. Kopf gründete 1816 die erste Lehrervereinigung namens "Lehrer-Konferenz-Gesellschaft" in Cottbus. 1819 ging er nach Neuzelle - das war das Ende der Parochialschule. Er bildete dort sechs Jahre lang Lehrer in der Präparandenanstalt aus. Der Pädagoge war schließlich ab 1856 in Berlin tätig, wo er als Schulinspektor und als Lehrer für verwahrloste Kinder seine Bildungs- und Erziehungsarbeit bis zum Rentenalter fortsetzte. Heute vor 140 Jahren starb der verdienstvolle Erzieher. (hhk)