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| 08:39 Uhr

Auch Grundwasserspiegel macht Sorgen
Dauerdürre: Wasserentnahme in Cottbus und Spree-Neiße verboten

FOTO: Stadt Cottbus
Cottbus. Landwirte und Gärtner in Cottbus dürfen ab Sonntag tagsüber kein Wasser aus Flüssen und Gräben zapfen, im Spree-Neiße-Kreis gilt das Verbot ab der kommenden Woche. Wer sich nicht daran hält, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. Von Andrea Hilscher

Die anhaltende Trockenheit fordert ihren Tribut: Der Grundwasserspiegel in Cottbus liegt bereits jetzt 50 Zentimeter unter dem Vorjahrespegel, der Wasserstand der Spree kann nur dank ausgeklügelter Managementleistungen gehalten werden. Das Umweltamt verbietet daher ab dem kommenden Sonntag, 7. Juli, Wasser aus Gräben, Flüssen oder Seen zu pumpen.

„Dieses Verbot gilt zwischen 6 und 21 Uhr“, erklärt Stephan Böttcher, Leiter des Fachbereichs Umwelt in Cottbus. Während dieser Zeit seien die Gewässer durch die große Verdunstung stark belastet.

FOTO: Stadt Cottbus

Betroffen sind vor allem Gartenbesitzer und Landwirte, die das kostenlose Nass vor ihrer Haustür nutzen, um Flächen zu bewirtschaften und Tiere zu tränken.

FOTO: Stadt Cottbus

Wasserhaushalt gerät aus den Fugen

„Das Grundwasser hat sich längst nicht von der Folgen der Dürre aus dem Vorjahr erholt“, sagt Böttcher. Die momentane Trockenheit, gekoppelt an große Hitze und entsprechende Verdunstungsmengen, tun ein Übriges, um den Wasserhaushalt in der Region zu strapazieren.

Zwar läge der Wasserstand der Spree derzeit noch bei 8,5 Kubikmetern, „doch das verdanken wir nur der Tatsache, dass die Kahnfährleute im Spreewald ein Mindestmaß an Wasser brauchen“, so Böttcher. Zudem werde die Spree durch Zuleitungen unterstützt, um die Trinkwasserversorgung Berlins mit abzudecken. „Durch die hohe Verdunstung kommt dort aber schon heute nichts mehr an.“

Zehn Wochen kein Regen

Hydrologen, so sagt der Umweltamtschef, gehen davon aus, dass auch in den kommenden zehn Wochen kein nennenswerter Niederschlag fällt. Stephan Böttcher: „Das bedeutet eine wahnsinnige Anstrengung für Flora und Fauna.“ Er sei gespannt, wie die Natur den erneuten Dürrestress verkraftet.

Um zumindest die Stadtbäume im Kampf gegen das Vertrocknen etwas zu unterstützen, setzt die Verwaltung auf drei Säulen:

Die Berufsfeuerwehr und die freiwilligen Feuerwehren unterstützen die Baumpflege durch zusätzliche Bewässerung. „Dafür sind wir sehr dankbar“, sagt Bürgermeisterin Marietta Tzschoppe (SPD)

Das Grünflächenamt hat vier Firmen mit der Wässerung der Jungbäume auf öffentlichen Grünflächen und entlang von Straßen beauftragt. Mindestens einmal wöchentlich erfolgt eine Wassergabe von 100 Litern pro Standort an fast 800 Bäumen. Dazu werden auch die grünen Wassersäcke an den Bäumen genutzt, die ein langsames Eintropfen in den Boden gewährleisten.

Die Anwohner, so die Bitte der Stadt, können helfen, indem sie Bäume und Sträucher bewässern – „am besten langsam und allmählich, damit das Wasser in den Boden eindringen kann“, sagt Rathaussprecher Jan Gloßmann. Optimal sei es, diesen Vorgang zu wiederholen, damit das Wasser bis in die Wurzelschichten vordringt.