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| 18:22 Uhr

DDR-Geschichte
Häftlingsdatenbank soll entstehen

Cottbus. Menschenrechtszentrum Cottbus beteiligt sich an Forschungsprojekt.

Das Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. erforscht ab Januar 2019 alle aus politischen Gründen Inhaftierten der Untersuchungshaft- und Strafvollzugsanstalten Cottbus an der Bautzener Straße sowie der Stasi-Untersuchungshaftanstalt Am Spreeufer. Die auf vier Jahre angelegte Forschung ist Teil eines Forschungsprojektes unter der Leitung von Prof. Jörg Baberowski vom Lehrstuhl für die Geschichte Osteuropas an der Humboldt-Universität zu Berlin mit sechs weiteren Universitäten und Gedenkstätten, unter anderem der Charité-Universitätsmedizin Berlin, der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen und der Robert-Havemann-Gesellschaft in Berlin. Im Mittelpunkt des Forschungsvorhabens „Landschaften der Verfolgung – Erfassung und Analyse der politischen Repression in SBZ und DDR“ steht die Schaffung einer Datenbank nach dem Muster der Holocaust-Opfer-Datenbank der Gedenkstätte Yad Vashem, in der alle Opfer politischer Verfolgung in SBZ und DDR mit ihrem Namen, persönlichen Daten und, soweit möglich, ihren Biografien, einem Foto, aussagekräftigen Schlüsseldokumenten und einem Zeitzeugeninterview verzeichnet werden.

Der Forschungsverbund SED-Unrecht, dem das Menschenrechtszentrum Cottbus angehört, ist einer der 14 Forschungsverbünde zur Geschichte des SED-Staates, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) nach einem Auswahlverfahren ausgewählt wurden und mit bis zu 40 Millionen Euro gefördert werden. Der Forschungsverbund SED-Unrecht bekommt voraussichtlich 5,3 Millionen Euro Fördermittel, etwa 335 000 Euro erhält das Menschenrechtszentrum für eine neue Personalstelle und Sachkosten.

(dst)