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| 20:15 Uhr

Cottbus
Das Schulproblem setzt sich fort

Zwei weiterführende Schulen in Cottbus können schon heute nicht alle Schüler aufnehmen, weil einfach der Platz fehlt. Das Problem wird sich in den nächsten Jahren weiter verschärfen.
Zwei weiterführende Schulen in Cottbus können schon heute nicht alle Schüler aufnehmen, weil einfach der Platz fehlt. Das Problem wird sich in den nächsten Jahren weiter verschärfen. FOTO: fotolia / Kzenon
Cottbus. Die Klassen der Grundschulen sind rappelvoll. Bald trifft es die weiterführenden Schulen. Von Peggy Kompalla

Die meisten Sechstklässler und ihre Eltern wissen heute, an welche Schule sie ab August wechseln werden. Nicht alle bekommen ihre erste Wahl. Aber alle finden einen Platz. Das versichert Schulrätin Ilona Sieg vom Staatlichen Schulamt. Besonders gefragt sind weiterhin die Theodor-Fontane-Gesamtschule und die Paul-Werner-Oberschule. Die beiden Einrichtungen mussten den meisten Schülern eine Absage erteilen. Der Grund: Es fehlt schlicht der Platz. Dieser Konkurrenzkampf dürfte in den nächsten Jahren weiter zunehmen.

Davor warnte Ilona Sieg während der jüngsten Sitzung des Bildungsausschusses. „In den nächsten Jahren steigen die Grundschülerzahlen“, erklärte sie. „In den erweiterten Schulen ist es schon heute teils eng und es wird noch enger werden.“ Sollte es hart auf hart kommen, müssten die Klassenstärken auf bis zu 30 Schüler hochgefahren werden.

Wie schwierig die Lage bereits heute schon ist, weiß keiner besser als der Schulleiter der Fontane-Gesamtschule. Er musste in diesem Jahr 69 Familien eine Absage erteilen. Im vergangenen Jahr hatte die Schule noch sechs siebente Klassen eingerichtet. Schulrätin Sieg erklärte: „Im neuen Schuljahr werden wir aus Kapazitätsgründen nur fünf unterbekommen.“ Georg Simonek stellte fest: „Wenn Brandenburg wieder das 13. Schuljahr für Gymnasien einführen würde, würde das doch den Druck von der Gesamt­schule nehmen.“

Cottbus steuere bei den weiterführenden Schulen auf eine kritische Phase zu. „Wir müssen das sehr genau beobachten“, sagte Ilona Sieg. Wie stark die Schülerzahlen in den nächsten Jahren zulegen werden, zeigt die eigene Prognose von Stadt und Staatlichen Schulamt im neuen Schulentwicklungsplan bis 2022 (siehe Grafik). Damit wird sich das Platzproblem der Grundschulen demnächst auf die weiterführenden Schulen fortsetzen. Denn schon heute ist klar, dass Cottbus mindestens eine neue Grundschule braucht.

Trotz der Kämpfe um die begehrtesten Plätze in den weiterführenden Schulen versicherte die Schulrätin: „Alle Schüler, die für das Gymnasium geeignet sind, haben einen Platz an einem Gymnasium oder der Gesamtschule bekommen.“ Darauf haben die Schüler einen rechtlichen Anspruch. Im Zweifelsfall an einer Einrichtung, die nicht dem Erstwunsch der Familien entspricht.

In Vorbereitung auf das neue Schuljahr zeigt sich, dass die städtischen Gymnasien mit Platzangebot und Nachfrage selbst bei den Erstwünschen einen guten Ausgleich finden. Mit einer Ausnahme: Das Niedersorbische Gymnasium (NSG) hat mit Stichtag 31. Mai noch 20 freie Plätze. Auf die Frage von Gudrun Breitschuh-Wiehe (Grüne), ob damit die Existenz der Schule infrage stehe, erwiderte die Schulrätin: „Das NSG hat einen besonderen Schutzstatus. Die Schule will sich nach der neuen Sorben/Wendenverordnung neu fokussieren. Da muss man gucken.“

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Cottbuser_Schulen FOTO: LR