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Das neue Miteinander in der "Alten Welt”

Im Fahrsimulator kann Otto Schröder für seine zukünftige Fahrprüfung üben. Der 19-Jährige wird die Einrichtung bald als Sozialarbeiter unterstützen.
Im Fahrsimulator kann Otto Schröder für seine zukünftige Fahrprüfung üben. Der 19-Jährige wird die Einrichtung bald als Sozialarbeiter unterstützen. FOTO: Theiler
Cottbus. In Ströbitz wurde am Mittwoch der Einzug der Miteinander GmbH in die Räume der ehemaligen Traditionsgaststätte gefeiert. Jenny Theiler

Mit dem Jugendclub "M-Eck" ist wieder neues Leben in die "Alte Welt" in Ströbitz eingezogen. Gestern Nachmittag wurde mit einem bunten Fest für Kinder, Erwachsene und einfach Jeden, der vorbeischauen wollte, die Begegnungsstätte in der Karl-Liebknecht-Straße 58a offiziell eröffnet. Sie konnte jetzt mit verschiedenen sozialen Bereichen fusionieren.

Aufgrund der angespannten Hortsituation musste der Jugendclub die ehemaligen Räumlichkeiten in der Schweriner Straße räumen, damit neue Hortplätze zur Verfügung gestellt werden konnten. Laut Lydia Hoppe funktionierte die Kooperation mit der Stadt aber dennoch hervorragend. "Wir wurden zeitnah über den Umzug informiert und man hat uns auch bei der Suche nach neuen Räumlichkeiten geholfen", so die Geschäftsführerin der Miteinander GmbH. Die Diakonie nutzte das Gebäude zuvor als Flüchtlingsunterkunft und verkaufte es an das soziale Unternehmen. Während der Jugendclub die unteren Räume bewohnt, steht der restliche Gebäudekomplex vor allem emotional hilfebedürftigen Menschen zur Verfügung. Neben verschiedenen Therapie- und Beratungsangeboten wie ambulantem und betreutem Wohnen, Hilfen für Suchtkranke, psychisch Kranke, Erziehungshilfe und Jugendarbeit, gehört seit Kurzem auch Traumatherapie zum Netzwerk der Miteinander GmbH.

Die Einrichtungen arbeiten getrennt voneinander, sind aber durch die verwinkelten Flure des früheren Gasthauses dennoch miteinander verbunden. So besteht immer die Möglichkeit, sich untereinander zu helfen. Aus dem 2002 angebauten Bereich ist ein Sport- und Fitnessraum entstanden, der sich gleich neben einer großen Küche befindet, in der Jugendliche den praktischen Teil der Ernährungsberatung erfahren können. Aus dem ehemaligen Gastraum ist eines von mehreren Gemeinschaftszimmern entstanden, das viele Möglichkeiten zur abwechslungsreichen Beschäftigung bietet.

Der Bezug zum alten Gebäude ist laut Lydia Hoppe sehr wichtig und habe vor allem auch einen symbolischen Charakter. "Man muss immer mit dem arbeiten, was da ist. Einfach abreißen und dafür etwas Neues bauen, ist unehrlich. So was geht mit Menschen auch nicht", so die Diplompsychologin.

Bei dem bunten Treiben auf dem Gelände der Begegnungsstätte wird vor allem das Gemeinschaftsbewusstsein deutlich, das die Einrichtung transportieren möchte. Um die Normalität zu feiern und soziale Isolation zu verhindern, werden Kinder und Jugendliche nicht etwa von den erwachsenen Klienten separiert. Auf dem grünen Außengelände helfen die Älteren den Jüngeren, die Kinder spielen mit den Erwachsenen und alle kommen gut miteinander aus - nicht nur innerhalb des Hauses. "Wir hatten auch in der Schweriner Straße nette Nachbarn, aber hier haben wir ausschließlich nette Nachbarn", freut sich Lydia Hoppe nach dem Umzug. Die Ströbitzer boten sofort ihre Hilfe an, und auch die Nähe zu einer ergotherapeutischen Praxis ist für die Arbeit des M-Eck äußerst günstig.

Ebenfalls in die neue "Alte Welt" eingezogen, ist das selbst gemachte Baumhaustheater der sozialtherapeutischen Wohnstätte Baumhaus. Von Jugendlichen gebastelt, ist das transportable Puppentheater ab jetzt immer einsatzbereit. "Im Gemeinwesen von Ströbitz gehörte Jugendarbeit immer dazu. Wir versuchen, das auf diese Art aufrecht zu erhalten", erklärt Baumhaus-Mitarbeiter Ekkehard Peting.

Beim genauen Blick auf das Gelände der ehemaligen "Alten Welt" wird deutlich, dass sich im Wesentlichen nicht viel verändert hat. Ab jetzt wird künftig wieder für leibliches und seelisches Wohl gesorgt sein - so wie es auch damals war.

Weitere Informationen unter: www.miteinander-gmbh.de/