| 02:33 Uhr

Das Innere der Martinskirche wird jetzt saniert

Für den Betrachter versteckt sich die idyllisch im Grünen gelegene Martinskirche manchmal hinter umstehenden Bäumen.
Für den Betrachter versteckt sich die idyllisch im Grünen gelegene Martinskirche manchmal hinter umstehenden Bäumen. FOTO: Pfarramt
Cottbus. Die Martinskirche im Cottbuser Süden ist eines der prägnanten Gotteshäuser der Stadt. Äußerlich schon schmuck und in Backsteinrot strahlend, wird jetzt der Innenraum saniert. Davon profitiert die polnische Partnergemeinde. Ulrich Littko / bwh1 red/bl

Nach dem letzten Gottesdienst am Ostermontag hat die lange geplante Innensanierung der Martinskirche im Cottbuser Ortsteil Madlow am gestrigen Dienstag begonnen. Dabei stehen vor allem die Neugestaltung des Innenraumes, der Fenster und des Eingangsbereiches im Mittelpunkt. Aber auch der Altarraum wird nach den Plänen der Innenarchitekten nach einer etwa sechs Monate dauernden Umgestaltung des Kirchenbaus ein neues Aussehen bekommen. Die letzte Renovierung, bei der die gesamte, klassizistische Formen aufweisende Innenausstattung - Altar, Kanzel, Gestühl und Emporen aus dem 19. Jahrhundert - entfernt wurde, fand im Jahr 1974 statt.

Das bisher genutzte Inventar sollte aber noch einen guten Zweck erfüllen. Martinskirchen-Pfarrer Robert Marnitz erinnert sich: "Kantor Winfried Haschke und ich haben beispielsweise die Stühle vor fast 19 Jahren aus unserer Partnergemeinde Leverkusen-Steinbüchel geholt. Heute können wir unserer polnischen Partnergemeinde damit helfen." Dort werde dieses Inventar nach einer Sanierung dringend gebraucht. Pfarrer Dariusz Lik und Mitglieder der evangelischen Gemeinde Augsburger Konfession in Zielona Góra haben am gestrigen Dienstag neben 120 Stühlen auch den Altar und das Predigerpult für ihre Kapelle in Nowa Sól übernommen. Die dortige Kirchengemeinde hat etwa 200 Mitglieder.

Während der Innensanierung der in ihrer Backsteinoptik charakteristischen Martinskirche finden alle Gottesdienste und gottesdienstlichen Veranstaltungen im Gemeindehaus der Kirchengemeinde Cottbus-Süd in Madlow statt.

Zum Thema:
Idyllisch gelegen, in unmittelbarer Nähe zur Spree, ist die Martinskirche die älteste Kirche im Cottbuser Kirchenkreis. Bereits im Jahr 1124 wurde der Bau einer Holzkirche genehmigt. Schon die Slawen verehrten den Standort der Kirche als "heiligen Hain" ihres Götzen Flinz. Der gotische Kirchenbau stammt aus dem späten 14. Jahrhundert. Ein rechteckiges Schiff und ein quadratischer Turm sind in Backsteinbauweise ausgeführt. Das Westportal ist spitzbogig gestuft. Die angebaute Sakristei weist hingegen Feldsteinmauerwerk auf. Der Turm der Kirche ist im unteren Teil untergliedert und die oberen Geschosse sind durch Blendstreifen horizontal geschieden. Die Holzdecke im Inneren, die in Sargdeckelform gebaut wurde, bewirkt eine hervorragende Akustik des Raumes. 1974/75, bei der inneren Renovierung, wurde die aus dem 19. Jahrhundert stammende Innenausstattung entfernt. red/bl

Pfarrer Robert Marnitz (l.) übergab an seinen Kollegen Dariusz Lik aus Zielona Góra auch Mobiliar für die Kapelle in Nowa Sól.
Pfarrer Robert Marnitz (l.) übergab an seinen Kollegen Dariusz Lik aus Zielona Góra auch Mobiliar für die Kapelle in Nowa Sól. FOTO: bwh1