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| 20:31 Uhr

Extremismus
Das Geschäft mit rechter Ideologie

Lindenau. Mit Plattenlabels, Bekleidungs- oder Sicherheitsfirmen finanzieren Radikale ihre Aktivitäten. Von Andrea Hilscher

Sie betreiben Musiklabels, verkaufen Szenebekleidung, sind im Wachschutzgewerbe tätig und unterhalten Tattoo-Studios. In Sachsen und Brandenburg haben Rechtsextreme ein Netz unterschiedlichster Geschäftsaktivitäten geknüpft. Damit erzielte Einnahmen werden eingesetzt, um rechtsextreme Aktivitäten zu finanzieren. Der Brandenburger Verfassungsschutz benennt aktuell sechs rechtsextremistische Vertriebs- und Tonträgerproduktionen. Die Firmen, die unter anderem in Cottbus, Königs Wusterhausen und Templin sitzen, unterstützen auch Konzerte und Festivals sowie illegale Kampfsportveranstaltungen.

Nach Einschätzung des sächsischen Verfassungsschutzes sind insbesondere rechtsextreme Konzertveranstaltungen von Bedeutung für die Szene. Die Anzahl der einschlägigen Unternehmen in Sachsen ist rückläufig, sank seit Anfang der 2000er-Jahre von 22 auf aktuell neun.

Dennoch steigt die Zahl der rechtsextremen Veranstaltungen im Freistaat an. Beobachter gehen davon aus, dass die zunehmenden Musik- und Sportveranstaltungen wie auch die geschäftlichen Aktivitäten in den Bereichen Security, Werbung oder Gastronomie die Handlungsfähigkeit der Rechtsradikalen deutlich stärken werden.

Ein Beispiel ist das Wirken eines Mannes, der von Lindenau (Oberspreewald-Lausitz) aus bundesweit mit szenetypischer Kleidung und Musik handelt. Er gilt als wichtiger Drahtzieher im Rechtsrockgeschäft und als europaweit gut vernetzt.