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| 18:29 Uhr

Cottbus
Das andere Schmellwitz

Oberbürgermeister Holger Kelch (r.) hat beim Stadtteilrundgang in Schmellwitz auch gute Nachrichten dabei. So könnte anstelle der Kaufhallen-Ruine Am Nordrand demnächst ein Wohnhaus entstehen.
Oberbürgermeister Holger Kelch (r.) hat beim Stadtteilrundgang in Schmellwitz auch gute Nachrichten dabei. So könnte anstelle der Kaufhallen-Ruine Am Nordrand demnächst ein Wohnhaus entstehen. FOTO: LR / Peggy Kompalla
Schmellwitz. Beim Stadtteilrundgang mit dem OB ging es von Alt Schmellwitz in die Vogelsiedlung. Auf dem Weg gab es einige gute Nachrichten. Von Peggy Kompalla

Wer in Cottbus das Wort Schmellwitz hört, denkt an Plattenbauten. Doch der Stadtteil mit seinen rund 14 000 Einwohnern ist viel mehr. Das weiß Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) nur zu gut. Er sagt am Freitag beim Stadtteilrundgang zur Begrüßung: „Schmellwitz ist der schwierigste Stadtteil.“ Der Satz erschreckt die Rundgang-Teilnehmer, aber das Stadtoberhaupt schiebt seiner These gleich eine Begründung hinterher: „Weil Schmellwitz drei Viertel hat: Neu Schmellwitz und Alt Schmellwitz und dazu noch die Vogelsiedlung.“ Die Ansprüche und Probleme sind da teils sehr verschieden. Das bestätigt selbst Bürgervereinschef Michael Tietz. Er führt den Oberbürgermeister und seine Delegation aus dem Rathaus diesmal von Alt Schmellwitz in die Vogelsiedlung. Auf dem Weg werden eine Menge Probleme besprochen.

Über die neue Schmellwitzer Oberschule freut sich Michael Tietz, dafür weniger über den Zustand des Gebäudes. Da kann der Oberbürgermeister allerdings keine Versprechungen machen. „Wir müssen Prioritäten setzen“, betont er. Eine Komplettsanierung stehe nicht auf dem Plan. Dafür habe es kleinere Modernisierungen gegeben: Fenster wurden erneuert, das Haus wurde gemalert, zwei neue Kabinette wurden eingerichtet. „In den Herbstferien wird noch das PC-Kabinett erneuert.“ Darüber hinaus gebe es für die Schule derzeit keine Pläne, da der Stadt dafür keine Eigenmittel zur Verfügung stünden.

Für die Rosa-Luxemburg-Straße sind die Pläne so weit, dass die Stadt die Sanierungsarbeit ausschreiben kann. Das verkündet Marion Adam vom Baudezernat. Allerdings folgt dem noch der Nachsatz: „Wir müssen schauen, ob wir das Projekt für 2019 in den Haushalt bekommen.“ Die Straße war in der Vergangenheit schon mehrfach von der Ausbau-Liste gestrichen worden. Ihr Zustand ist mittlerweile jämmerlich. Höchstgeschwindigkeit: 20 km/h.

Ganz so dramatisch sieht es auf der Schmellwitzer Straße noch nicht aus. Aber auch diese Trasse ist ein altbekannter Sorgentreiber, besonders was das Gleisbett angeht. Eine wirkliche Verbesserung gibt es nur mit einem grundhaften Ausbau. Der in weiter Ferne steht. Bevor die Straße überhaupt angefasst wird, müsse eine Entscheidung über die Straßenbahnlinie 1 fallen, deren Auslastung zu wünschen übrig lasse, erklärte Oberbürgermeister Kelch. „Ende Oktober wird der neue Nahverkehrsplan vorgelegt. Dann wird dazu eine Entscheidung fallen.“ Die Stadt sei punktuell um Verbesserungen auf der Schmellwitzer Straße bemüht. „Aber das ist immer nur Flickwerk“, gibt Marion Adam zu.

Eine wirklich gute Nachricht gibt es Am Nordrand. Neben dem neuen Wohngebiet auf dem ehemaligen Stasi-Gelände steht eine Kaufhallen-Ruine. Dort verkündet das Stadtoberhaupt: „Hierfür wird der B-Plan überarbeitet und wir lassen eine Wohnbebauung zu.“

Und für den Park an der Straße hat die Stadt über die Fanta-Spielplatzinitiative ein kleines, aber längst beliebtes Balancier-Gerät angeschafft. „Das wird total gut angenommen“, freut sich eine Schmellwitzerin. Dafür soll nun auch noch ein offizielles Spielplatzschild in dem Park angebracht werden. Damit hoffen die Anwohner, Streitereien um den Alkoholkonsum im Park zu beenden.