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| 14:22 Uhr

Haushalt
Das Amt Peitz rutscht ins Minus – und ist hilflos

Peitz. Ein Hilfeschrei nach Potsdam ist der letzte Ausweg. Von Andrea Hilscher

9,385 Millionen Euro liegen – ergibt einen Saldo von minus 1,687 Millionen Euro. Für das Jahr 2019 liegt die prognostizierte Finanzlücke bei minus 1,945 Millionen Euro. Steigende Ausgaben und sinkende Erträge lassen das Amt immer tiefer in die Miesen rutschen. Lichtblau: Wir mussten seit Jahren unsere Rücklagen minimieren. Ab 2020 sind wir definitiv im Haushaltssicherungskonzept.“ Das Ende des freien Wirtschaftens.

Auch das vorläufige Ergebnis für 2017 mit minus 1,407 Millionen Euro macht wenig gute Laune. Begründet wird die kritische Finanzlage mit der drastischen Senkung der Amtsumlage – die aber war wegen der klammen Finanzen der Gemeinden nötig geworden. Fritz Woitow (Drachhausen): „Wir sparen seit Jahren an allen Ecken. Trotzdem sind wir im Amt alle im Minus. Mit welchen Einnahmen können wir den Haushalt jemals ausgleichen? Wo ist das rettende Ufer?“ Harald Groba (Teichland) ist ebenfalls verzweifelt. „Es geht doch nur noch darum, wie hoch die Umlagen noch geschraubt werden können.“ Zähneknirschend verabschiedeten die Amtsgemeinden ihren Doppelhaushalt mit dem Zusatz: „Ein Umdenken ist von Seiten des Landes aber auch der Kreisverwaltung dringend erforderlich.“ Kerstin Lichtblau will sich im Finanzausschuss des Städte- und Gemeindebundes für die klammen Ämter und Gemeinden einsetzen. „Es muss einen Umlageausgleich vom  Land geben, sonst kommen wir nicht weiter.“

Auch der Stellenplan des Amtes bietet nicht viel Raum zum Einsparen – trotz einiger Ideen des Abgeordneten Horst Fillmer. Aktuell arbeiten in der Kernverwaltung 44 Beschäftigte. Bei neun Beamten können keinerlei Einsparungen vorgenommen werden. Seit 2010 wurden neun Stellen eingespart. Freiwerdende Jobs werden nur mit 30-Stunden-Kräften besetzt.

Zumindest in einer gewichtigen Finanzfrage konnte sich der Ausschuss am Montag einig werden: Die Finanzierung der Planung des Teichlander Ostseehafens ist gesichert. Teichland selbst hätte die Planungsleistungen aus eigener Kraft nicht stemmen können. Um an Geld zu kommen, hat Teichland die Feuerwehrgerätehäuser Maust und Neuendorf (in guten Zeiten aus eigener Kraft erbaut) an das Amt übergeben. Im Gegenzug zahlt das Amt rund 990 000 Euro an die Gemeinde Teichland. Die Vorlage wurde mit 14 von 17 Stimmen angenommen.