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Das abenteuerliche Miteinander

Spielerische Lektion: Um sich vor Spukgeistern in Sicherheit zu bringen, müssen die Kinder zusammenhalten.
Spielerische Lektion: Um sich vor Spukgeistern in Sicherheit zu bringen, müssen die Kinder zusammenhalten. FOTO: Jenny Theiler
Cottbus. Bei "built a rock" erhalten Jugendliche eine lehrreiche Lektion in Sachen Teamwork. Auch für die Ferien gibt es spannende Angebote. Jenny Theiler / the

Neben dem oftmals eintönigen Schulalltag und den Belastungen durch die Pubertät haben junge Menschen auf dem Weg zum Erwachsenwerden genügend Stress. Eine Möglichkeit diesem Trott zu entgehen und gleichzeitig den emotionalen Horizont zu erweitern bietet die Firma "bulit a rock" in der Drewitzer Straße in Cottbus.

Jens Brand, Preisträger des Zukunftspreises Brandenburg im Jahr 2012, leistet mit seiner 2006 gegründeten Firma einen pädagogisch wertvollen Beitrag zur Charakterentwicklung junger und erwachsener Menschen. Das Unternehmen stellt Kunstfelsen aus Beton her, auf denen sich alle Altersklassen ausprobieren oder sogar neu entdecken können.

"Die Grundtendenz unserer Arbeit ist eine Dreieinigkeit aus Natur, Abenteuer und Gemeinschaft, und damit kriegt man nahezu alle Kinder zu fassen", sagt Jens Brand. Der Erlebnispädagoge ist selbst ein begeisterter Bergsteiger und weiß um diese drei Grundsehnsüchte. Mit spielerischen und lehrreichen Ansätzen können wertvolle Eigenschaften wie zum Beispiel Mut, Ausdauer, Teamgeist, Vertrauen und Selbstvertrauen trainiert werden - ein Entwicklungsprozess, der sich besonders gut bei Schulklassen ablesen lässt. So war vor einiger Zeit auch die Klasse 7b der Sachsendorfer Oberschule bei Jens Brand zu Gast. Für die Zeit zwischen 9 bis 14 Uhr bekam die Klasse die Möglichkeit, dem Schulbetrieb auf kreativ-aktive Art und Weise zu entfliehen. Mit verschiedenen Spielen, die einerseits die kognitiven Fähigkeiten trainieren, aber auch solchen, die Vertrauen und Selbstvertrauen vermitteln sollen, wurden alle 20 Schüler optimal in die Tagesplanung eingebunden.

Der Vertrauensparcours löste bereits in den ersten Minuten die pubertären Anspannungen. Paarweise fanden sich die Schüler zusammen, wobei einem Partner die Augen verbunden wurden. Der Sehende musste den anderen an den Händen über wackelnde Platten und holprige Hindernisse führen - eine erste Herausforderung angesichts der Hemmungen, die einige Schüler gegenüber dem anderen Geschlecht zeigten. Sowohl das ihnen entgegengebrachte Vertrauen als auch das Gefühl, einer anderen Person "blind" vertrauen zu können, empfanden die Schüler als positiv.

Das Moorgeisterspiel erforderte ein hohes Maß an Konzentration und Teamgeist sowie die Bereitschaft der ganzen Klasse, miteinander zu arbeiten. Gegenseitiges Anfeuern und ermutigende Hilfestellungen zeigten, dass das Firmenkonzept von "built a rock" aufgeht und "der Übergang vom Ich zum Wir", wie es Jens Brand bezeichnet, optimal vollzogen werden kann. Das Gemeinschaftsthema wurde wiederum durch den Stockkampf vertieft, bei dem vor allem auch kognitiven Fähigkeiten wie Gleichgewichtssinn und Aufmerksamkeit eine große Rolle spielten.

Am Ende bekam jeder Schüler in einer Feedbackrunde die Gelegenheit, sich zu den entsprechenden Aktionen zu äußern. Auch wenn die sinnvolle Verknüpfung der einzelnen Spiele nicht jedem sofort klar wurde, so konnten die meisten Jugendlichen für sich etwas mitnehmen. Resonanzen wie "schwer cool", "ging so" oder "fand ich gut" durften offen und ohne Angst vor Spott oder Gelächter geäußert werden.

Neben den Schulprojekten darf natürlich auch außerhalb des Unterrichts geklettert werden. Anfang August bekommen noch unentschlossene Ferienkinder die Gelegenheit, sich im Kletterferienlager zu erholen.

Zum Thema:
Vom 6. bis 12. August findet das Kletterferienlager in der Drewitzer Straße 11 statt. Es gibt noch freie Plätze für alle Kinder zwischen neun und 15 Jahren. Neben Klettern an Bäumen und Felsen und einem Zirkus zum Selbermachen stehen auch noch Bogenschießen, Kochen am Feuer und jede Menge erlebnispädagogische Spiele auf dem Programm. Außerdem dürfen die Teilnehmer mit Draht und Beton basteln, die auf dem Gelände lebenden Ziegen hüten und in Zelten oder Höhlen übernachten. Die Kosten betragen 250 Euro pro Kind, wobei Fördermöglichkeiten geprüft werden können. Die Reservierung erfolgt durch schriftliche Anmeldung und Bezahlung. Eine Anmeldung erfolgt entweder unter info@builtarock.com oder telefonisch unter der Rufnummer 0355 3575720. Informationen zum Unternehmen und Projekten sind auf der Internetseite www.builtarock.com zu finden. (the)